Siemens: Trafos mit 800.000 Volt

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Siemens baut in China derzeit eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke mit einer Spannung von 800.000 Volt (800 kV). Bisher waren 500 kV die Obergrenze. silicon.de stellt die Innovation in einer Bildergalerie vor.

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, kurz HGÜ, überträgt elektrische Energie verlustarm über weite Strecken – zum Beispiel von Wasserkraftwerken im Inneren Chinas zu den Städten an der Küste. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung braucht dabei extrem hohe Spannungen.

Die neue HGÜ-Strecke verläuft nach Angaben von Siemens zwischen den Provinzen Yunnan und Guangdong und ist 1400 Kilometer lang. Sie überträgt eine Leistung von fünf Gigawatt – das ist die Leistung von fünf großen Kraftwerken. Für die hohe Spannung sind riesige Transformatoren nötig.

Der erste Transformator für eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit 800 kV wurde im Siemens-Werk in Nürnberg hergestellt und bereits im März auf die Reise nach China geschickt. Insgesamt liefert Siemens bis Mai 2010 zehn solcher Transformatoren, außerdem zehn Transformatoren mit 600 kV.

Die Leistung besteht nicht nur darin, die Transformatoren zu entwerfen und zu bauen – die 350 Tonnen schweren Kolosse müssen auch von Nürnberg nach China gelangen. Einige Trafos treten die Reise zunächst per Tieflader nach Antwerpen an, andere über den Binnenhafen Nürnberg. In China wird der Trafo dann später mit der Bahn ins Landesinnere nach Lufeng in der Provinz Yunnan transportiert, in einem eigens errichteten Bahnhof auf einen Tieflader umgeladen und an den Zielort Huang Pu transportiert.