Achim Berg: Das bringt uns 2010

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Der Chef von Microsoft Deutschland lässt das ablaufende Jahr 2009 Revue passieren und wirft für silicon.de einen Blick in die Glaskugel.

silicon.de: Hallo Herr Berg, schön, dass Sie die Zeit gefunden haben, um mit uns über das Jahr 2009 und die Zukunft zu sprechen. 2009 war sicherlich Windows 7 der wichtigste Schritt für Microsoft. Wird 2010 oder 2011 wieder ein Client-Betriebssystem den wichtigsten Produktlaunch markieren, oder wird es dann Azure oder ein anderes “Platform as a Service”-Modell sein?

Berg: In der Tat war der Marktstart unseres neuen Betriebssystems Windows 7 im Oktober ein wichtiger Meilenstein in 2009. Wir erleben gerade einen regelrechten Windows-7-Hype in Deutschland: Die Zahl der verkauften Windows-7-Exemplare hat alle Erwartungen übertroffen und ist aktuell doppelt so hoch, wie bei allen anderen Microsoft-Betriebssystemen in der gleichen Zeitspanne. Im Handel ist Windows 7 laut den aktuellen GfK-Markttrends “Software” das mit Abstand dominierende Produkt.

Doch nicht nur Windows 7 war ein Erfolg, denn im laufenden Geschäftsjahr hat Microsoft die größte Produktoffensive in seiner Geschichte gestartet. Dazu zählt auch unsere Windows-Azure-Plattform, das neue Betriebssystem für das Internet, das wir Mitte November vorgestellt haben. Windows Azure unterstützt den Trend hin zu einer Mischung aus Online-Services und lokal installierter Software. Der nächste große Produkt-Launch wird Office 2010 sein. Und es ist nach allem keine Überraschung, dass Office 2010 auch ein Service-Angebot im Web umfasst.

Berg
Achim Berg, Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH
Foto: Martin Schindler/silicon.de

silicon.de: Welche großen Technologie-Trends sehen Sie 2010 außerdem?

Berg: Neben Cloud Computing, das übrigens auch die Analysten von Gartner im neuen Jahr auf Platz 1 ihrer Trends sehen, wird aus meiner Sicht das Thema Unified Communications noch wichtiger werden. Der globale Wettbewerb verlangt zunehmend, dass Informationen unabhängig von Zeit, Standort und technischem Medium in Echtzeit abgerufen und an die richtigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden müssen. Klingt banal, aber hier gibt es noch große Potenziale, damit Mitarbeiter effizienter und effektiver arbeiten können – alleine oder in Teams, unterwegs, im Büro oder von zuhause aus. Dabei spielt IT eine Schlüsselrolle. Unified Communications ermöglicht neue Arbeitsformen, die Mitarbeitern mehr zeitliche und räumliche Freiheiten geben und gleichzeitig die Produktivität und Innovationskraft der Unternehmen stärken. Microsoft-Technologien wie Live Meeting oder der Office Communication Server integrieren verschiedenste Kommunikationskanäle wie Email, Sofortnachrichten, VoIP, Audio-, Web- und Videokonferenzen – und das sowohl in täglich genutzten Geschäftsanwendungen im Firmennetz wie auch auf mobilen Endgeräten.

Wenn ich noch etwas über 2010 hinausschaue, ist sicherlich alles, was hilft, mehr Intelligenz in unsere Netze zu stecken, ein Trend, um lokale und zentrale Akteure besser miteinander zu verknüpfen. Das gilt neben der schon angesprochenen Arbeitswelt auch für die Strom- und Verkehrsnetze und die Kommunikation im Gesundheitswesen. Das setze ich übrigens auch privat bei mir zuhause zum Beispiel beim Energiemanagement um.

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