Cyberkrieg: Die Fronten verhärten sich

E-GovernmentManagementRegulierungSicherheit

Google will aller Voraussicht nach weiter in China aktiv sein. Eine definitive Entscheidung sei noch nicht getroffen, so der Konzern in einem Statement am Sonntag. Man erwäge aktuell aber keine Abschaltung von “google.cn”. Allerdings wolle man sich mit Vertretern der chinesischen Regierung zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Wie laufend berichtet ist Google, ähnlich wie 33 andere US-amerikanische Unternehmen von Mitte Dezember bis Anfang Januar Ziel einer ausgeklügelten Cyberattacke gewesen. Die Angreifer haben mittels einer modifizierten Version des ‘Hydraq‘-Trojaners ein bislang unbekanntes Leck im Internet Explorer genutzt – und das Ganze als ‘Projekt Aurora‘ (lat. für Morgenröte) bezeichnet.

Google teilte mit, dass die Angriffe aus China stammten und unter anderem E-Mail-Konten von Bürgerrechtlern zum Ziel hatten. Google hatte daraufhin durch die US-Außenministerin Hilary Clinton seinen Unmut zum Ausdruck bringen lassen.

Nach Angaben von Sicherheitsexperten iDefense wurden u.a. Google, Adobe, Yahoo, Symantec, Juniper und andere mit E-Mails bombardiert, die mit verseuchten PDFs versehen waren. Die Attacken seien dem gleichen Muster gefolgt wie eine großangelegte Aktion im Juli vergangenen Jahres. Damals wurden rund 100 Firmen mit Mails bombardiert, die infizierte PDFs enthielten.

Unbestätigt ist, wie die US-Regierung und die Außenministerin Hillary Clinton weiter vorgehen wird: Nachrichtenagenturen wie Reuters berichten, dass Washington in den kommenden Tagen auf diplomatischem Weg offiziell eine Erklärung von der chinesischen Regierung zu den Cyberattacken verlangen will.

Dem kamen die Chinesen aber offenbar schon zuvor: Wenn Google sich aus dem Land zurückziehen wolle, werde man das akzeptieren, so Chinas Außenminister Yang Jiechi. Es gebe genügend andere Suchmaschinen im Internet. Zudem müssten sich auch westliche Unternehmen an die Gesetze und Gegebenheiten des Reichs der Mitte anpassen. Dazu zähle auch eine Anerkennung der Zensur-Vorgaben und -Verfahren des Landes.