CFOs: Wenig Einfluss auf Geschäft

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Das Beratungsunternehmen Detecon hat die Steuerungsrolle von Chief Financial Officers (CFO) in zwanzig TK-Unternehmen untersucht. Demnach verfügen die CFOs über zu wenige Ressourcen für die Entscheidungsunterstützung.

Dabei sind unter Entscheidungsunterstützung sämtliche Finanzaktivitäten zu verstehen, die internen Unternehmenskunden durch den verstärkten Einsatz von Analysemethoden das Fällen von Entscheidungen erleichtern.

Laut Detecon sind mehr als zwei Drittel des Personals eines Chief Financial Officer mit der Abwicklung von Transaktionen beschäftigt. Der Anteil von Mitarbeitern, die primär für Entscheidungsunterstützung zuständig sind, beträgt dagegen lediglich 10 Prozent. Die Bereiche Reporting und Kontrolle beanspruchen 10 beziehungsweise 15 Prozent der Abteilungsressourcen eines CFO.

“Langfristig gesehen sollten die Ressourcen für Transaktionsverarbeitung nicht mehr als 25 Prozent, für Reporting und Kontrolle jeweils 15 Prozent und der Anteil der für Entscheidungsunterstützung gewidmeten CFO-Ressourcen zumindest 45 Prozent betragen”, sagte Christian Barte, Partner bei Detecon und Autor der Analyse. Die Ergebnisse der Analyse zeigten, dass die Mehrzahl der CFOs trotz der Finanzkrise ihren Fokus immer noch stärker auf operative Finanztätigkeiten als auf den Support für strategische Geschäftsentscheidungen legen.

Laut Carsten Schröder, Managing Partner bei Detecon, liegt ein Grund darin, dass Reporting- und Business-Intelligence-Systeme fragmentiert und wenig kompatibel arbeiten. Zudem seien Pflege- und Aktualisierungsarbeiten sehr zeitintensiv. “Darüber hinaus verfügen die wenigsten CFOs über Zeit und Ressourcen, sich im Rahmen ihres Aufgabenbereichs aktiv und nachhaltig stärker strategischen Geschäftsaspekten zuzuwenden.”

Andreas Baumann, CFO bei Detecon, ist vom Wert der stärker durch den CFO geprägten Geschäftsstrategien überzeugt: “Vielfach werden strategische Aufgaben der Unternehmensführung auf neu geschaffene Support- und Stabsfunktionen übertragen. Problematisch ist jedoch, dass sich keine dieser strategisch geschaffenen Funktionen nachhaltig positiv auf das Ergebnis auswirkt, da sie im Gegensatz zu einem CFO in der Regel nicht über detaillierte Kenntnisse der bestehenden oder künftigen Finanz- und Ertragslage des Unternehmens verfügen.”