China: Der lange Marsch der Energie

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Der lange Marsch ist ein Gründungsmythos des kommunistischen China. Heutzutage wird jedoch keine Armee auf den langen Marsch geschickt, sondern Energie. Mit Hilfe einer neuen Siemens-Anlage überwindet die Energie Hunderte Kilometer von den Wasserkraftwerken im Inneren Chinas zu den Küstenstädten. silicon.de zeigt das Projekt in einer Bildergalerie.

Die neue Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung-Strecke (HGÜ) verläuft zwischen den Provinzen Yunnan und Guangdong. Von Lufeng in der Provinz Yunnan aus gelangt die Energie nach Guangzhou in der Provinz Guangdong, wo sie in die Netze der Städte an der Küste gespeist wird.

Die maximale Leistung beträgt nach Angaben von Siemens fünf Gigawatt – das reicht für die Versorgung von fünf Millionen Haushalten. Das Münchner Unternehmen liefert das Herz der Anlage, die Gleichrichter, sowie Transformatoren und Ausrüstung für den Gleichspannungsteil.

Ende Dezember 2009 nahmen Siemens Energy und der Energieversorger China Southern Power Grid den ersten Pol der HGÜ-Anlage in Betrieb. Mit der Übertragungsleistung von 5000 Megawatt (MW) und einer zu überbrückenden Distanz von über 1400 Kilometern sei diese Verbindung die derzeit leistungsstärkste HGÜ-Anlage der Wert, hieß es.

Zudem sei es das erste HGÜ-Projekt, das mit einer Übertragungsgleichspannung von 800 Kilovolt (kV) in Betrieb genommen wurde. Die Inbetriebnahme des zweiten Pols und damit die Aufnahme des Betriebs der gesamten Anlage sind für Mitte 2010 geplant.