Job-Massaker bei Siemens

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Bereits bei der Hauptversammlung am 26. Februar hatte Siemens-Chef Peter Löscher aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation weitere Anpassungsmaßnahmen angedeutet. Die Bombe ließ er jedoch erst vor zwei Tage im Rahmen des Wirtschaftsausschusses platzen.

In den vergangenen Monaten hat Siemens bereits 17.000 Stellen vor allem in der Verwaltung und im Vertrieb gestrichen. Jetzt soll der Sparkurs forciert und dabei rund 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen solle es jedoch nicht geben. Dennoch protestieren Gewerkschafter gegen die Streichungen.

“Angesichts des Rekordergebnisses im ersten Quartal 2010 ist es einfallslos und unnötig, mit wenig stichhaltigen Argumenten die Abwicklung ganzer Geschäftsbereiche mit insgesamt rund 2000 Beschäftigten in Deutschland zu planen”, poltert die Gewerkschaft.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres konnte Siemens trotz sinkender Umsätze und Auftragseingänge das operative Ergebnis um elf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern. Mit mehr Service-Verträgen sowie einem guten Kostenmanagement konnte dieses Ergebnis laut Löscher realisiert werden.

Sorgenkind bleibt jedoch die Sparte Industries: Hier ging das Ergebnis um zwei Prozent zurück. Daher werden hier schon länger Stellenstreichungen befürchtet. Energy hingegen konnte um neun Prozent, Healthcare um 53 Prozent das Ergebnis steigern.

Bei Industry Solutions, dem Anlagen-Bau, wo sich der Umsatzeinbruch im Maschinenbau besonders bemerkbar macht, will der Konzern deutschlandweit 850 Stellen streichen. 840 Stellen sollen in Neustadt an der Saale in den nächsten 24 Monaten wegfallen. 640 Stellen werden hier gestrichen, weil die neuen Elektromotoren in Tschechien gefertigt werden sollen. Weitere 200 sind der schwachen Wirtschaft geschuldet.

In Erlangen, wo Siemens Bauteile für Elektromotoren herstellt, werden 300 Stellen gestrichen, um bei der schlechten Auslastung keine Überkapazitäten zu haben.

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