Mittelstand: Firmenpleiten weiterhin befürchtet

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Die Wirtschaftskrise ist für viele Mittelständler noch lange nicht überwunden. Branchenexperten rechnen bis zum Jahresende mit einer deutlichen Zunahme der Firmenpleiten. Betroffen ist demnach vor allem der Mittelstand. Das könnte dramatische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.

Laut den Ergebnissen des “Mittelstandsbarometers 2010” der Wirtschaftsprüfungs-
gesellschaft Ernst & Young sehen die Befragten das Ende der Krise für Juni 2011 voraus. Immerhin jeder zweite geht sogar davon aus, dass die Krise bereits in diesem Jahr vorüber sein wird.

Ein Großteil der befragten Mittelständler sind der Meinung, dass das Schlimmste überstanden sei: Der Anteil der Befragten, die eine Verbesserung ihrer Geschäftslage erwarten, steigt im Vergleich zum Juni des vergangenen Jahres von 29 auf 38 Prozent. Eine Verschlechterung der eigenen Lage erwarten hingegen nur 11 Prozent. Und auch die Konjunkturerwartungen haben sich weiter verbessert: 48 Prozent der Unternehmer erwarten eine Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland (Juni 2009: 32 Prozent) – einen Abschwung erwarten nur noch 21 Prozent der Befragten (Juni 27 Prozent).

Ernst&Young
Die Geschäftslage hat sich gegenüber der Jahresmitte 2009 verbessert.
Grafik: Ernst&Young

“Die Krise ist zwar noch nicht vorbei, aber der Schmerz lässt langsam nach”, kommentiert Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. “Über den Berg sind viele Mittelständler aber trotz der leichten Konjunkturerholung noch nicht”. Die kommenden Monate würden nach seiner Einschätzung eine weitere Verbesserung der Lage bringen – “für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh”.

Die Mehrheit der Unternehmen ist trotz der schlechten Wirtschaftslage derzeit in einer relativ stabilen Verfassung: Knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) ist in einem sehr stabilen Zustand, weitere 63 Prozent bezeichnen die eigene Situation als “eher stabil”. Acht Prozent sind nach eigener Auskunft derzeit in einer kritischen Lage – im Juni 2009 lag der Anteil noch bei 12 Prozent.