Desktops: Die Erbsen im Microsoft-Bett

BetriebssystemEnterpriseMobileMobile OSOpen SourceProjekteSoftwareSoftware-HerstellerWorkspace

Wer hier jetzt Spaß erwartet, klicke besser gleich auf den Links-Pfeil da oben. Denn noch drei Wochen und ein paar Tage, schon ist CeBIT. Glücklicherweise hält sich der Rummel sehr im Rahmen. Wird das wieder so eine flaue Show?

Für die Nicht-Fachpresse kann die Messe vermutlich gleich ganz ausfallen, weil die Sensation des Jahres, das iPad, war schon. Nur ich weiß ebenso wenig wie bei allen anderen Tablet-PCs der vergangenen Jahre, was ich mit dem Teil machen sollte. Schon mal einen Text halbwegs schnell auf einem Bildschirm getippt? Und die ganzen anderen Features? Was ich jedenfalls für Job und Freizeit brauche, schafft mein Linux-Netbook allemal besser.

500 Dollar aufwärts so mal eben aus Jux? Nicht mal geschenkt wollte ich das iPad haben. Die Software ist von Digital Rights Management verseucht. Das Unix-basierende Betriebssystem ist so dicht, wie es die Unix-Krieger der 90er Jahre nicht zu erträumen wagten. Das einzig offene an der Hardware sind die USB-Buchsen. Naja, wären die USB-Buchsen, wenn das Ding denn welche hätte.

Während Apple über seine Hardware allenfalls einen Pieps verlauten lässt, hört sich das bei Intel an, als hätte man einen Vogelschwarm vor sich. Apple ist die “verschlossenste” Firma der ganzen Branche.

Ich erwarte aber nicht, dass derlei dem Publikum nicht gefallen könnte. Der iPhone-Erfolg wird dessen größere Ausgabe iPad mit sich ziehen. Aber die Spuren im Desktop-Markt dürften nicht so tief werden. Schließlich beackern den auch noch andere. Vor allem Microsoft und seine PC-Partner.

Bei denen knirscht es allerdings im Getriebe. Windows 7 ist ein dicker Erfolg, und der wird sich noch einige Zeit fortsetzen, weil die Unternehmen erst anfangen, auf das neue Microsoft-Betriebssystem zu wechseln. Doch eins ist diesmal anders. Windows 7 schiebt nicht wie frühere Versionen zwangsläufig eine neue leistungsstärkere und teurere PC-Generation über die Ladentische. Auch mit der neuesten Microsoft-Ausstattung werden die Kisten immer billiger.

Für die PC-Hersteller heißt das: Microsoft macht fette Gewinne, während ihre Margen schwinden. Da gewinnen Alternativen an Reiz. Nein, nicht iPad. Wenn Apple für die Dinger Preise etikettiert, die noch nie bei diesem Unternehmen so günstig waren, ist auch hier für die Händler weniger drin. Da könnte Google schon interessanter werden. Net- und/oder Notebooks mit Android oder Chrome OS inklusive Chrome-Browser. Und der ganze Rest passiert in der Google-Cloud.