“Bitte raubt mich aus, ich bin gerade nicht zu Hause!”

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Eine Aufforderung zum hemmungslosen Einbruch für alle Diebe bietet die Webseite ‘PleaseRobMe’, denn diese erzählt der gesamten Onlinewelt, wer gerade nicht zuhause ist. Damit soll allerdings nicht den Einbrechern geholfen, sondern den Nutzern von Foursquare, Google Buzz oder ähnliche Diensten vor Augen geführt werden, wie gefährlich es ist, wenn man jeden wissen lässt, wo man sich gerade befindet.

Das ist quasi ein Freibrief für alle Einbrecher – mit der Webseite ‘PleaseRobMe.com‘ soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie gefährlich solche Offenbarungen sein können.

Auf der Webseite werden Geo-Postings, die über Twitter von Leuten versendet werden, gesammelt und ein laufend aktualisierter Stream zeigt, wer seine Wohnung gerade leer zurück gelassen hat. Für Liebhaber neuer Geo-Dienste wie Foursquare oder Gowalla zeichnet PleaseRobMe ein ernüchterndes Bild. Die Seite zieht alle Postings, die über Foursquare in den öffentlichen Twitter-Stream einfließen, übersichtlich zusammen und schickt automatisierte Warnungen via Twitter an die betreffenden Nutzer zurück.

Für Nutzer der beliebten Geo-Dienste sollte dies nach der Idee von PleaseRobMe Anlass geben, über die eigene Mitteilungsbereitschaft nachzudenken. “Einerseits lassen wir das Licht an, wenn wir in den Urlaub fahren, andererseits erzählen wir jedem im Web, wenn wir nicht zuhause sind”, erklären die Seitenbetreiber den Zweck hinter “PleaseRobMe”. Ziel sei es nun, mehr Bewusstsein zu schaffen und Leute, die Foursquare, Google Buzz oder ähnliche Dienste nutzen, dazu zu ermutigen, über den Umgang damit nachzudenken. “Wir versuchen nicht, Einbrechern zu helfen, sondern Leuten zu helfen, nicht ausgeraubt zu werden”, so Frank Groeneveld, Computerwissenschaftsstudent aus den Niederlanden und Plattformgründer.

“Die Idee hinter der Seite ist großartig. Gerade durch witzige Aktionen kann man Leute auf etwas aufmerksam machen. Ich halte “PleaseRobMe” für gut gemacht und denke, dass die Seite – natürlich überspitzt – sehr gut auf die Problematik hinweist”, so Marit Hansen, stellvertretende Landesbeauftragte beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Eine solche Maßnahme bringe sicher mehr als ein erhobener Zeigefinger, so die Datenschützerin weiter.

“Die Problematik kennt man auch in anderen Bereichen – etwa wenn Jugendliche bei Twitter posten, dass sie zur Party einladen, weil die Eltern gerade nicht zuhause sind. Das hat einerseits schon zu Ärger geführt, weil die Eltern dann doch da waren, kann andererseits aber auch ausgenutzt werden, wenn jemand weiß, dass nur die Kinder zuhause sind”, erklärt Hansen. PleaseRobMe greife die Thematik sehr gut auf.