Q-Cells schreibt Rekordverlust

Management

Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat durch die Wirtschaftskrise und den Preisverfall einen Rekordverlust in Milliardenhöhe erlitten. Der ostdeutsche Konzern mit Sitz in Thalheim (Sachsen-Anhalt) schrieb 2009 nach Steuern ein Minus von 1,356 Milliarden Euro.

Damit lag der Fehlbetrag deutlich höher als von Analysten erwartet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Im vergangenen Jahr fielen Buchverluste und Abschreibungen auf Beteiligungen von rund 925 Millionen Euro an, teilte Q-Cells am Dienstag mit. Der Umsatz brach nach vorläufigen Zahlen auf 801 Millionen (2008: 1,25 Milliarden) Euro ein.

Vor Zinsen und Steuern lag das Minus bei 481 (plus 205) Millionen Euro. Bereinigt um Restrukturierungskosten und Abschreibungen betrug der operative Verlust bei 77 Millionen Euro. Die liquiden Mittel von 412 Millionen Euro sicherten die Finanzierung des Unternehmens im laufenden Jahr, hieß es zudem.

Nach Firmenangaben wird die Bilanz 2008 derzeit von der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) geprüft. Dies könne zu einer Verbesserung der Ergebnisse in der Bilanz 2009 führen. Für das laufende Jahr hofft der Vorstand auf eine Geschäftserholung. Die Kosten seien gesenkt und mit den Lieferanten deutlich niedrigere Preise vereinbart worden.

Ziel des Unternehmens sei es weiterhin profitabel zu sein, betonte Q-Cells-Chef Anton Milner. Einen Ausblick auf 2010 gab er jedoch nicht. Überkapazitäten und die zunehmende Konkurrenz aus Asien machen Q-Cells zu schaffen. Der Vorstand kündigte einen harten Sanierungskurs an. Produktionsteile werden nach Malaysia verlagert und 500 Beschäftigte werden entlassen.