Schlägervideo: Italien verurteilt drei Google-Manager

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Jeweils sechs Monate auf Bewährung haben die drei Manager bekommen. Das Mailänder Gericht befand die drei Manager in einer nichtöffentlichen Sitzung und ohne Anwesenheit der Beschuldigten der Verletzung der Privatsphäre des Jungen für Schuldig. Der Vorwurf der Beleidigung wurde hingegen fallen gelassen. Ein vierter Mitangeklagter wurde frei gesprochen.

Für die Staatsanwaltschaft ist in diesem Fall klar, dass das Recht auf Meinungsfreiheit mit dem auf freie Meinungsäußerung abgewogen werden muss. Für Google ist dieses Urteil zumindest in Italien ein harter Schlag. Denn es sei unmöglich sämtliche hochgeladenen Filme auf dem Portal Youtube zu kontrollieren.

Dieses Argument entkräftete der Staatsanwalt. Das Video sei in einer Liste mit den meistgeklickten Filmen aufgetaucht, daher hätte der Film auch auffallen müssen.

Die Verurteilung geschieht indes nicht ganz zufällig. In Italien ist derzeit ein Gesetz in Planung, das Internet-Provider für die von Nutzern hochgeladenen Inhalte verantwortlich machen soll. Damit würden Selber-Mach-Portale wie Youtube dann auf eine rechtliche Stufe wie Fernsehsender gestellt.

Durch dieses Gesetz könnte sich die Internet-Landschaft in Italien deutlich verändern. Kritiker sehen darin einen Vorstoß gegen die freie Meinungsäußerung im Internet. Derzeit führt Google selbst keine flächendeckende Kontrolle der Video-Plattform durch. Nutzer können allerdings Verstöße und Missbräuche melden. Anschließend prüft Google die Inhalte und nimmt sie gegebenenfalls aus dem Netz.

In dem strittigen Video waren Turiner Jugendliche zu sehen, die einen autistischen Schüler attackierten. Die Jugendlichen konnten auch unter Mithilfe von Google inzwischen identifiziert und verurteilt werden.

Die Aufnahme wurde kurz vor der Übernahme von Youtube durch Google hochgeladen. Die Anzeige gegen Youtube ging von der Bewegung Vivi Down aus, die sich für die Belange von Menschen mit Trisomie 21 einsetzt.

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