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Warum ICQ in Deutschland so erfolgreich ist

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Der Instant-Messaging-Dienst ICQ ist in Deutschland sehr erfolgreich. Warum das so ist und wieso der Dienst nur auf Windows-Rechnern angeboten wird, beantwortet Eliav Moshe, Managing Director von ICQ, im Interview mit silicon.de.

silicon.de: Die aktuelle ICQ-Version vereinigt mehrere soziale Netzwerke in einem, so auch Twitter und Facebook. Denken Sie, dass durch diese Komponente mehr Business-Nutzer den Messaging Dienst nutzen werden?

Eliav Moshe: ICQ7 ist ein Social Messaging Client, der sehr gute Kommunikationsmöglichkeiten bietet und diese gleichzeitig optimal mit sozialen Netzwerken verknüpft. Diese Version wurde mit Hinblick auf die aktuellen Bedürfnisse unserer Nutzer entwickelt und bietet eine Social Communication Experience und ist keine spezielle Instant-Messaging-Software für Unternehmen. Dennoch können die Nutzer durch ICQ Zeit und Kosten sparen.

silicon.de: Wer genau nutzt ICQ? Hierzulande gibt es 12,6 Millionen Unique User. Vor allem die Deutschen sind dem Instant-Messaging-Dienst über die Jahre hinweg treu geblieben. Wie begründen Sie die Beliebtheit des Dienstes in Deutschland?

Eliav Moshe: In der Tat hat ICQ über acht Millionen aktive Nutzer in Deutschland und 42 Millionen aktive Nutzer weltweit. In einigen Ländern ist ICQ bereits seit 14 Jahren der führende Instant Messenger. Die Herausforderung ist, mit den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Nutzer Schritt zu halten und auf deren Bedürfnisse einzugehen. ICQ ist bemüht, seinen Nutzern eine sichere, zuverlässige und stabile Kommunikationssoftware zu liefern, die alle wichtigen Kommunikationsbedürfnisse abdeckt und gleichzeitig lokale Inhalte und verschiedene Datenschutzeinstellungen bietet, um ihre Privatsphäre zu schützen.

silicon.de: Im Gegensatz dazu nutzt in den USA schon lange niemand mehr ICQ. MSN und AIM stehen dort im Vordergrund. Kann dieses Schicksal im schnelllebigen Web-2.0-Zeitalter nicht auch Deutschland ereilen? Und warum ist ICQ in den USA so gut wie ausgestorben?

Eliav Moshe: Die fünf führenden Märkte für ICQ sind Deutschland, Russland, die Ukraine, Tschechien und Israel. Dies resultiert unserer Meinung nach daraus, dass wir Nutzern eine einfach zu bedienende Kommunikationssoftware kombiniert mit lokalen und für sie interessanten Inhalten bieten und für jeden Markt Partner vor Ort haben. Das Unternehmen ICQ gehört zu AOL LLC und ist eine Tochtergesellschaft. Für AOL mit AIM ist die USA einer der Kernmärkte.

Eliav Moshe
“Die fünf führenden Märkte für ICQ sind Deutschland, Russland, die Ukraine, Tschechien und Israel”, erklärt Eliav Moshe, Managing Director des Dienstes.
Foto: ICQ

  1. icq ist veraltet
    wer noch icq im zeitalter von xmpp benutz ist eh nicht mehr zu helfen.
    ganz abgesehn sein geistiges eigentum bei AOL abzugeben.

  2. ICQ
    Im Gegensatz zum Vorbeitrag bin ich der Meinung, daß ICQ ein effizientes und einfaches Tool für alle ist, die Probleme mit dem Handling eines Rechners haben. Und das sind nicht wenige.

    Die Twitters und Facebooks haben Optionen, die 90% der Nutzer gar nicht nutzen können weil sie arbeiten müssen und nicht und nicht die Zeit haben wie so mancher Jugendliche oder Bundestagsabgeordneter (oder Admin) den ganzen Tag am Rechner spielen können.

    Jeder hat eben seine Vorlieben im Rahmen seiner Kenntnisse oder dem was er benötigt um sein Ziel bzw. seinen Bedarf zu decken. Und da reicht eben sehr vielen das aus, was ICQ bieten kann. Und, ICQ hat über viele Jahre das geliefert was die Trittbrettfahrer heute als ihre ach so clevere Erfindung darzustellen versuchen; nein, man hat abgekupfert was ICQ erarbeitet hat, und nur einen draufgesetzt als tolle neue “Errungenschaft”.

  3. ICQ = Spyware
    Im Zeitalter von XMPP/Jabber, das durch prominente Dienste wie GMX, WEB.DE, 1&1, Facebook-Chat und GoogleMail so gut wie überall vertreten ist, gibt es keinen Grund mehr für ICQ. Alle XMPP-basierten Anbieter bieten ihre eigenen fancy Messenger-Clients: GMX-Multimessenger, GoogleTalk, usw. Und dank Föderation können alle untereinander chatten OHNE sich bei einem dritten Anbieter wie ICQ oder MSN anmelden zu müssen. Doch leider haben da noch nicht all zu viele User verstanden. Auf vielen Rechnern findet man oft die typischen Progrämmchen: ICQ fürs Chatten, MSN für Videotelefonie, Skype zum Telefonieren. Lächerlich! Alles geht problemlos mit XMPP. ICQ könnte ja eine XMPP-Schnittstelle aufsetzen, allerdings würden dann die Leute nicht mehr die ICQ-Software installieren, die neben der Standardsuche im Browser auch diverse andere Einstellungen auf ICQ umändert, um noch mehr Werbung unter zu bringen. Jedem, der auf ICQ nicht verzichten will, rate ich zum Messenger-Client http://pidgin.im/ . Da ICQ aber in regelmäßigen Abständen den armen Pidgin aussperrt, müssen die Pidgin-Entwickler immer wieder schnell nachrüsten – was sie auch tun. Da im ICQ-Netzwerk ohnehin eine nervige “ich versteck mich”-Kultur herrscht mit üblem Rumgespame nach der Art “bist du online?”, kann ich sowieso nicht nachvollziehen, wie man ICQ nutzen kann.