Siemens-Manager als Geiseln festgehalten

Management

Aufgebrachte Mitarbeiter eines Siemens-Werks in Frankreich haben zwei Führungskräfte als Geiseln genommen. In dem Werk in Saint-Chamond werden seit Montagnachmittag zwei leitende Manager festgehalten. Sie sollen als Druckmittel für drohende Entlassungen dienen.

Der Verwaltungschef Christian Paris und die Personalchefin Annie Bobinet des Siemens-Werks in der Nähe von Lyon werden in einem Büro als Geiseln gehalten, bestätigten Gewerkschaftsvertreter und Management. Die beiden sollten angeblich auch über Nacht festgehalten werden. “Wir haben ihnen etwas zu essen und Getränke gebracht”, versicherte ein Gewerkschaftssprecher.

Grund für diesen neuen Fall des sogenannten “Bossnapping” ist, dass Siemens an zwei Standorten in Frankreich die Mitarbeiterzahl von 600 auf 365 reduzieren will, berichtet Spiegel Online. Für die bereits gekündigten Mitarbeiter fordere die Belegschaft Abfindungen. Der Gewerkschaftssprecher teilte mit, dass die beiden Führungskräfte solange festgehalten werden, bis die Verhandlungen deutlich vorankämen. Mitarbeiter des Siemens-Werks zündeten vor dem Büro bengalische Feuer an. Am Telefon erklärte der Verwaltungschef Paris, dass er und seine Kollegin korrekt behandelt werden.

Diese radikale Aktion des “Bossnapping” kommt nicht zum ersten Mal in Frankreich vor. In letzter Zeit hatten Mitarbeiter verschiedener Unternehmen dieses Druckmittel eingesetzt, um ihre Forderungen durchzusetzen.