Windows-Migration: Ist die Zeit reif für 64-Bit?

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15 Jahre nach der Markteinführung von Windows 95 ist der von Microsoft dominierte Desktop dabei, seine Spurweite erneut zu verdoppeln. Wenn Firmen demnächst auf Windows 7 umsteigen, dann steht auch der Eintritt in die 64-Bit-Welt auf der Tagesordnung. Die Entscheidung für die scheinbar sichere 32-Bit-Variante kann nachträglich genauso falsch sein wie ein schneller Wechsel auf x64.

Wie Anfang der 90er eilt die Hardware der Software um Jahre voraus. 64-Bit-Prozessoren stecken schon längst in jedem Standardrechner, die gängige Ausstattung mit 4 GB RAM übersteigt das Maß dessen, was ein 32-Bit-Windows nutzen kann. Andererseits ist die gestiegene Leistungsfähigkeit der Hardware kein zwingender Grund zur groß angelegten Erneuerung der Software, solange die vorhandenen Betriebssysteme und Anwendungen darauf gut laufen und den geschäftlichen Anforderungen genügen. Allerdings scheint allmählich der Zeitpunkt gekommen, da für einzelne Applikationen das 2GB-Limit zu eng wird. Und mit der wachsenden Bedeutung der Client-Virtualisierung, besonders mit dem XP-Modus von Windows 7, langen die von Windows x86 ansprechbaren 3 GB (plus ein variierender Nachkommaanteil) kaum noch aus.

Die Vorteile von Windows 7 x64 liegen primär darin, dass es diese Beschränkungen aufhebt und das Potenzial der Hardware besser ausschöpfen kann. Hinzu kommt ein Mehr an Sicherheit, unter anderem durch den Zwang zu signierten Treibern und Kernel Patch Protection. Leider wartet die 64-Bit-Version aber nicht nur mit Vorteilen auf, sondern hat auch einige gravierende Nachteile:

  • 32-Bit-Treiber funktionieren nicht mehr, gleichzeitig gibt es nur ein beschränktes Angebot an 64-Bit-Treibern, so dass vorhandene Hardware eventuell nicht mehr weiter genutzt werden kann
  • 16-Bit-Software läuft generell nicht mehr
  • für 32-Bit-Programme gilt standardmäßig weiterhin das 2GB-Limit
  • mögliche Kompatibilitätsprobleme mit vorhandenen 32-Bit-Anwendungen

Auf den ersten Blick mag diese Liste nicht vor dem 64-Bit-Umstieg abschrecken. Schließlich hängen an Firmen-PCs verglichen mit privaten Rechnern relativ selten exotische Peripheriegeräte und für die integrierten Komponenten sollte Windows 7 x64 in der Regel alle benötigten Treiber mitbringen. Und wen schreckt noch, dass 16-Bit-Programme nicht mehr laufen? Die Praxis sieht dann doch etwas anders aus, wie die Windows-7-Migration von 80.000 Arbeitsplätzen bei Intel zeigt. So stellte sich dort etwa heraus, dass noch einige 32-Bit-Anwendungen mit 16-Bit-Installationsroutinen ausgestattet waren oder fest verdrahtete Pfadangaben zum Programmverzeichnis die Nutzung von Software verhinderten.

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