Prometheus: Open-Source-Projekt der Versicherungen

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Eine “Prometheus Foundation” ist gestern in München an den Start gegangen. Sie will eine Open-Source-Plattform für den Datenaustausch zwischen Versicherungen und Maklern schaffen.

Die Prometheus Foundation ist das Ergebnis rund zweijähriger Vorarbeit der Projektgruppe Collaborative Open Source Application Development (COSAD) in der Open Source Business Foundation (OSBF). Sie ist der 19. Zweig des Clusters Finanzdienstleistungen, mit der das Bayrische Wirtschaftsministerium die Zusammenarbeit von Unternehmen voranzutreiben versucht, um Verfahren auf Anbieterseite zu verbessern und Kosten senken zu helfen. In diesem Fall geht es darum, den BiPRO-Standard für den Datenaustausch zwischen Versicherungen und Maklern mehr Geltung zu verschaffen. Dazu wollen die an Prometheus Beteiligten ihn plattformunabhängig und ohne Medienbrüche mit Open Source implementieren.

Bisher ist die Beraterfunktion der Versicherungsmakler dadurch eingeschränkt, dass Versicherungsgruppen ihre Zusammenschlüsse regelrecht übernommen haben und nun steuern. Außerdem sind die Makler damit überfordert, die jeweiligen technischen Datenaustauschnormen der Versicherungen nachzuvollziehen. Im Ergebnis läuft die Kommunikation seitens der unabhängigen Makler meist per Fax. Prometheus soll eine Plattform werden, die Layer-ähnlich zwischen beiden Seiten liegt und bilateral adressierbar ist, ohne über sie die Daten der Kunden auszutauschen.

Die Prometheus Foundation kalkuliert den notwendigen Zeitaufwand für die technische Implementierung mit neun Monaten. Daraus lässt sich hochrechnen, dass mindestens ein Jahr bis zu einem vorzeigbaren Produkt verstreichen wird. Die Kosten übernehmen größtenteils die Versicherungen und lassen sich ohnehin nur durch die weitgehende Verwendung von Open-Source-Software in Grenzen halten. Technisch wird das Projekt auf Webservices und XML aufsetzen.