E-Mails, Campari und – weil es wohl so sein muss – Google

Enterprise

Ausgerechnet, wenn ich am Rechner sitzen soll, bricht in München der Frühling aus. Jetzt wegen des Redaktionsschlusses meinen schönen Sonnenplatz im Straßencafé aufzugeben, wäre sträflich. Das Thema der Woche ist sowieso klar. Es googelt mal wieder – was nur mit der Hand um ein kühles Glas Campari zu ertragen ist und mit ein paar E-Mail-Intermezzi vom iPhone, darüber was sonst so geschehen sein soll.

Eigentlich ist Google jede Woche angesagt. Obwohl: Gab es da nicht gerade eine Symantec-Meldung, wonach Facebook den Suchmaschinen-Marktführer bei der Zahl der meist besuchten Webseiten überholt hat. Befindet sich Google etwa auf dem absteigenden Ast? Schließlich hat das Unternehmen mit China gerade den weltweit größten und am schnellsten wachsenden und zudem wirtschaftlich gesunden Werbemarkt aufgegeben. Dabei wäre es sicher lukrativer in China der Dritte, als – sagen wir – in Griechenland die Nummer eins zu sein.

E-Mail-Intermezzo:

“Meine Arbeit macht mir zu viel Spaß, um früher aufzuhören”, urteilten 62 Prozent von 700 befragten Manager über Altersteilzeit und Frühverrentung. In der gleichen Umfrage gaben allerdings 92 Prozent der Manager an, dass das ideale Ausstiegsalter bei 65 Jahren oder früher liege.
Gemeinsame Umfrage der Personalberatung Rundstedt HR Partners, dem Verband der Führungskräfte und der Potsdamer University of Management and Communications

CIOs sind untermotorisiert: Zu den häufigsten Dienstwagen von Managern mit mehr als 100.000 Euro jährlichem Grundgehalt zählen eigentlich Audi A6 und 5er BMW. CIOs, die im Schnitt (Median) 115.000 Euro erhalten, fahren dagegen meist nur einen BMW der 3er-Klasse.

Studie des HR-Beratungsunternehmens Hewitt Associates

Neu an der dieswöchigen Googlemania ist eigentlich nur, dass der Suchmaschinemarktführer, Software-Verschenker, Datensammler und Werbegeldanhäufer diesmal als Good Guy in die Presse kommt und das gleich seitenweise selbst in den Tageszeitungen. Es scheint so, als hätte sich das Management an seine Motto erinnert: Don´t be evil.

Warum aber hat sich das Unternehmen dann jahrelang in China zur Selbstzensur verpflichtet? Will der Datensammler mit diesem Schritt den vom Microsoft übernommenen den schwarzen Peter an China weiterschieben – und so seine Chancen in der “freien” Welt verbessern, fragwürdige Info-Sammel- und -kombinierprojekte durchzusetzen? Vielleicht soll der schwarze Peter auch wieder zu Microsoft zurück wandern. Schließlich beugt sich auch der Konzern aus Redmond den kommunistischen Zensurbestimmungen. Der Schachzug von Google bringt nun auch Microsoft unter Zugzwang.

E-Mail-Intermezzo:

“2,9 Millionen Deutsche wollen sich in diesem Jahr ein digitales Buch kaufen. Das sind 700.000 zusätzliche Käufer gegenüber 2009 und entspricht einem Wachstum um 32 Prozent. “Bei Fachliteratur wird sich das digitale Buch zuerst durchsetzen.”
ITK-Verband Bitkom auf Basis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa zur Leipziger Buchmesse

“Die große Mehrheit der Deutschen ist nicht Teil der digitalen Gesellschaft. 35 Prozent der deutschen Bevölkerung gehören zur Gruppe der digitalen Außenseiter, 30 Prozent zu den Gelegenheitsnutzern. Zwar sind laut (N)ONLINER Atlas 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, aber für nur 26 Prozent der Bevölkerung sind die digitalen Medien fester Bestandteils des täglichen Lebens.”

Initiative D21