Strom clever tanken

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Elektromobilität ist nur sinnvoll, wenn Autos ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien tanken. Grüner Strom steht jedoch nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung. Eine neue “intelligente Ladestation” passt die Ladezeiten an Energieangebot und Netzauslastung an.

Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos unterwegs sein, angetrieben durch Strom aus erneuerbaren Energien. Laut Bundesumweltministerium wird grüner Strom in zehn Jahren 30 Prozent der Gesamtmenge stellen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie geht sogar von 47 Prozent aus. Rein rechnerisch wäre eine CO2-neutrale Elektromobilität damit machbar.

Tatsächlich ist sie jedoch schwer zu realisieren: Mehr Sonnen- und Windenergie bedeutet einen hohen Stromanteil, dessen Verfügbarkeit sich nicht per Knopfdruck steuern lässt. Zudem besteht die Gefahr, dass zu Stoßzeiten durch mehr Elektromobilität extreme Nachfragespitzen entstehen. Eine Stromversorgung, die sich wie bisher allein am Verbrauch orientiert, ist dem nicht gewachsen.

“Wir brauchen ein intelligentes Netz, ein Smart Grid, in dem sowohl Strom als auch Informationen fließen”, sagt Dominik Noeren vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Die Netzstruktur müsse sich verändern, die verbrauchsgesteuerte Stromerzeugung sich am Angebot orientieren. “Vor allem Elektroautos bringen dafür beste Voraussetzungen mit”, so Noeren. In der Masse könnten sie viel Energie speichern. Der durchschnittliche Pkw parke an mindestens 20 von 24 Stunden – mehr als genug Zeit, die Batterie aufzuladen, wenn der Wind auffrische oder die Nachfrage nach Strom niedrig sei.

Ladestation
Bild: Fraunhofer ISE

Mit der “intelligenten Ladestation” haben die Fraunhofer-Forscher ein Gerät entwickelt, mit dem Elektrofahrzeuge Strom zapfen können, wenn die Netzlast gering und der Anteil erneuerbarer Energien hoch ist. So lassen sich Lastspitzen vermeiden und die Beiträge von Sonne und Wind nutzen. “Wichtig ist uns, dass der Endkunde jederzeit selbst entscheiden kann, wann er tankt. Durch das gesteuerte Aufladen der Batterie dürfen ihm keine Nachteile entstehen”, betont Noeren.