Neues Qualitätsmodell für bessere Software

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Software-Qualitätsverantwortliche haben in einer Studie des Forschungsprojektes Quamoco (Software-Qualität: Flexible Modellierung und integriertes Controlling) die Praxistauglichkeit und das Verbesserungspotential bestehender Qualitätsmodelle beurteilt. Die Mehrheit der 125 Teilnehmer der Befragung kam aus dem deutschsprachigen Raum, insgesamt gingen Antworten aus zwölf Ländern ein.

Wie von silicon.de bereits berichtet, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Quamoco im Rahmen des Programms ‘IKT 2020’ mit 3,7 Millionen Euro. Der Anteil der Industriepartner beläuft sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Zu den Partnern zählen Capgemini sd&m (Konsortialführer), Fraunhofer IESE, itestra, SAP, Siemens und die TU München.

Die Studie Software Quality Models in Practice: Survey Results zeigt nach Angaben des Quamoco-Projektes, dass mehr als 70 Prozent der Befragten ein unternehmenseigenes Qualitätsmodell in der Softwareentwicklung verwenden. Den ISO-Standard 9126 – den aktuellen Standard für Qualitätsmodelle – nutzen nur 28 Prozent. Der Nachfolge-Standard ISO 25000 wird bislang nur marginal eingesetzt. Das liegt vermutlich auch daran, dass er noch im Aufbau ist.

Grundsätzlich werden Qualitätsmodelle als ein wichtiges Instrument im Qualitätsmanagement angesehen. Die Befragten sind zwar mit ihren Qualitätsmodellen tendenziell zufrieden, sehen jedoch viel Spielraum für Verbesserungen. So nehmen 87 Prozent der Qualitätsmanager Anpassungen am eingesetzten Qualitätsmodell vor. Diese Anpassung wird aber in üblichen Qualitätsmodellen kaum unterstützt.

Professor Manfred Broy
Professor Manfred Broy
Foto: TU München

Bei der Frage nach der Wichtigkeit diverser Qualitätseigenschaften ergibt sich kein einheitliches Bild: Tendenzen sind ersichtlich, dennoch ist kein Qualitätskriterium unwichtig und die Antwortspanne innerhalb einer Qualitätseigenschaft ist groß. “Das zeigt, dass die Qualitätseigenschaften sehr von der Domäne abhängen”, sagt Informatik-Professor Manfred Broy von der TU München und Leiter des Quamoco-Projektes. “Ein Entwickler für hoch-sicherheitskritische Steuerungssysteme stellt andere Anforderungen an die Qualität als einer für Entertainment-Systeme”.