Mit der Spitzhacke gegen Google

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Ein 70-jähriger Rentner wollte, wie er den Polizisten der österreichischen Bundespolizei später zu Protokoll gab, sich nicht bei seiner Gartenarbeit für das Internet ablichten lassen. Daher sei er mit dem schweren Werkzeug auf den Wagen losgegangen.

Es habe nicht in seiner Absicht gelegen, den Studenten, der das Fahrzeug für Google durch Oberösterreich lenkte, verletzen zu wollen.

Das schien der Student anders aufgefasst zu haben. Der Rentner, der offenbar durch die drohende Digitalisierung für sich und sein Heim Gefahr witterte, hatte ihn mit der Hacke in der Hand als Argumentationshilfe aufgefordert, den Linzer Vorort unverzüglich zu verlassen.

Der 23-jährige Fahrzeuglenker verständigte daraufhin die Polizei, die vermittelnd eingriff. Die Kronenzeitung zitiert den Rentner: “Der Bub hat sich a bissl g’schreckt weil i die Hacke in der Hand gehabt hab.”

Der Rentner habe zudem befürchtet, dass Einbrecher die Aufnahmen aus dem Internet für die Planung eines Überfalls missbrauchen könnten. Inzwischen sammelt die Steyregger Bürgerschaft Unterschriften gegen Google-Streetview.

Der Rentnerangriff in Styregg war bisher der erste, bei dem tatsächlich physische Gewalt gegen Google im Spiel war. Mit einer medialen Spitzhacke zieht derzeit der Donaukurier gegen Google zu Felde. Dem Verleger des Regional-Blattes, Georg Schäff, ist der Kampf gegen Streetview offenbar ein besonders Anliegen. Für ihn ist das Projekt “keine datenschutzrechtliche Bagatelle, sondern eine Missachtung der Menschenwürde”. In einer bemerkenswert breit angelegten Kampagne lässt Schäff seine Redakteure gegen die Fotomobile anschreiben. Sogar ein eigenes jurisitisches Gutachten hatte Schäff in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: in deutschland ist Streetview rechtswidrig. Genutzt hat das alles bislang wenig. Die Google-Mobile lichten dennoch derzeit das Gebiet ab.

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