Korruption: Auch die USA ermitteln gegen HP

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Nach den deutschen und russischen Behörden gehen auch die USA offiziell dem Verdacht nach, ob Computer-Hersteller Hewlett-Packard (HP) sich mit Bestechungsgeldern Aufträge sicherte. Inzwischen stehen drei ehemalige Mitarbeiter im Zentrum des Verdachts.

So hat HP vergangene Woche gegenüber CNET bestätigt, von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC in dieser Sache kontaktiert worden zu sein. Ein Sprecher erklärte: “HP wird weiterhin mit den Behörden kooperieren und diesen Sachverhalt untersuchen.”

Am Freitag hatte das Wall Street Journal berichtet, dass neben der SEC auch das Justizministerium prüfe, ob HP gegen den so genannten Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) verstoßen habe. Das Gesetz untersagt, dass US-Unternehmen an ausländische Regierungen kein Geld bezahlen dürfen, um sich Aufträge zu sichern.

Schon Mitte der Woche hatte das Journal von Ermittlungen der deutschen und russischen Behörden berichtet. Es geht um eine Zahlung in der Höhe von 10,9 Millionen Dollar, mit der sich HP angeblich den Auftrag beim Büro des Oberstaatsanwalts für ein abhörsicheres Computersystem gesichert haben soll. Die Gelder sollen aus einem internationalen System aus Scheinfirmen geflossen sein.

Nach wie vor scheint ungeklärt, wer das Geld zwischen 2004 und 2006 bekommen haben soll. Es sollen derzeit jedoch drei Personen im Zentrum der Ermittlungen stehen: Hilmar Lorenz, ehemaliger Sales-Chef von HP in Russland, Kenneth Willett, Sales-Chef Deutschland sowie Paeivi Tiippana, Willets Vorgänger.

HP erklärte vergangene Woche, dass bereits viele Mitarbeiter, die von den Ermittlungen betroffen sind, nicht mehr bei HP angestellt sind. Von den drei Hauptverdächtigen ist der derzeit beurlaubte Willet nach wie vor bei HP. Nach einer kurzen Untersuchungshaft, wurden die drei jedoch wieder entlassen. Derzeit wird keine offizielle Anklage erhoben.

Offenbar spielte Lorenz in den Augen der Ermittler eine zentrale Rolle. Da er lange Zeit für die HP-Verträge in Russland verantwortlich war. Die deutschen Ermittler prüfen derzeit, ob er auch der Architekt des Strohfirmensystems war, aus dessen Kasse die 10,9 Millionen Dollar stammen.

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