Milliardenmarkt Gesundheits-IT

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Healthcare IT boomt. Das wurde auf der conhIT (Berlin, 20. bis 22. April) deutlich, einem Branchentreff für IT im Gesundheitswesen. Die Messe fand zum dritten Mal statt, in diesem Jahr kamen nach Angaben des Organisators Messe Berlin 203 Aussteller. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vertreten waren unter anderem Agfa, SAP, Siemens und Tieto. Initiator der conhIT ist der Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG). Die conhIT 2010 wurde gemeinsam von VHitG, BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) und GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) durchgeführt.

Nach Angaben des VHitG liegt der Gesamtumsatz für Software, Hardware und Service-Leistungen im Bereich Krankenhäuser und Ärzte in Deutschland bei 1,4 Milliarden Euro jährlich. Davon entfallen 225 Millionen Euro auf Neueinführungen und Erweiterungen von Klinikinformationssystemen. Die Branche beschäftigt in Deutschland insgesamt 20.000 Menschen.

“Die Gesundheits-IT hat längst die Verwaltungsebene verlassen und durchdringt die medizinischen Prozesse”, sagte Professor Dr. Klaus Kuhn, Vizepräsident der GMDS, bei der Eröffnungsveranstaltung. Es sei daher konsequent, dass IT und Medizin bei solchen Veranstaltungen aufeinander zugehen.

Stefan Kapferer, für Healthcare-IT zuständiger Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, kündigte an, dass bei der Einführung der Gesundheitskarte “jetzt endlich die Bremsen gelockert werden” sollen. Kapferer: “Die Spitzenverbände der Selbstverwaltung haben sich in der Gesellschafterversammlung der gematik auf einen neuen Rahmen für die Gesundheitskarte geeinigt.” Er sei zuversichtlich, dass die Einführung der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen dadurch an Fahrt aufnehmen werde.

Die Einigung sieht die Einführung eines Schlichters vor, der künftig eine Entscheidung herbeiführen soll, wenn sich Krankenkassen, Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser bei der Einführung von Diensten der Telematik-Infrastruktur nicht einigen können.

Ein Bestandteil der neuen Organisation sind so genannte ‘Kümmerer’, die Anwendungen wie den E-Arztbrief, die E-Notfalldaten oder das Online-Update der Versichertenstammdaten eigenständig vorantreiben können. So wird sich die Bundesärztekammer zum Beispiel mit der Speicherung der Notfalldaten auf der Gesundheitskarte beschäftigen.