Wer zahlt für den Nacktscanner?

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Es gibt immer noch Streit in der Europäischen Union um die Verteilung der Kosten für die sogenannten Nacktscanner an Flughäfen. Der überwiegende Teil der EU-Staaten wollen den Airlines und Flughäfen die Rechnungen dafür in die Schuhe schieben, das Europaparlament will die Nationalstaaten zur Kasse bitten und hat am Mittwoch eine entsprechende Erklärung verabschiedet.

Wenn es nach den Willen des Europäischen Parlaments geht, dürfen die Kosten für die Körperscanner und auch andere Flugsicherheitsmaßnahmen nicht dem Passagier auferlegt werden. Die Staaten sind in der Pflicht diese Kosten zu übernehmen, berichtet das Online-Newsportal “Futurezone“. Das EU-Parlament in Brüssel nahm am Mittwoch eine entsprechende Richtlinie über Flugsicherheitsentgelte mit überwältigender Mehrheit an.

Die EU-Verkehrsminister befürworten jedoch, dass die Kosten an die Flugreisenden übertragen werden sollten. “Viele Staaten führen Kontrollmaßnahmen ein, deren Sinnhaftigkeit sich nicht erschließt”, erklärte der Chefverhandler des EU-Parlaments Jörg Leichtfried (SPÖ) und begrüßte das Ergebnis der Abstimmung. Wenn sich der Ministerrat bei den Flugsicherheitsentgelten nicht einsichtig zeige, so sei auch die Einführung der europweiten Bodyscanner gefährdet.

Körperscanner sind erheblich teurer als herkömmliche Detektoren. Ein Gerät kostet rund 100.000 Euro und belastet das Budget der Flughäfen beträchtlich. Bisher ist es üblich, dass die Airports den Fluglinien Sicherheitsgebühren für staatliche Maßnahmen in Rechnung stellen.

In Italien, Großbritannien, Frankreich und in den Niederlanden werden die Geräte bereits testweise eingesetzt. Auch die USA rüsten ihre Flughäfen derzeit darauf um. Deutschland will sie ab dem Sommer einsetzen, zunächst aber auf freiwilliger Basis.

Fotogalerie: Flashmob gegen Nacktscanner

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