Selbstmordserie bei Apple-Zulieferer

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Seit Jahresbeginn haben sich bei dem taiwanesischen Computer- und Mobiltelefonzulieferer Foxconn sieben Mitarbeiter das Leben genommen. Die Selbstmörder waren alle jung – zwischen 18 und 24 Jahren – und auch ansonsten gleichen sich die Fälle.

Immer nahmen sie sich durch einen Sprung das Leben, durch einen Sprung von einem der Häuser des Firmengeländes in der südchinesischen Provinz Shenzhen in der Nähe von Hongkong. Foxconn betreibt dort ein Firmengelände, auf dem über 300.000 Mitarbeiter arbeiten.

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua schreibt, derzeit werde noch von der Polizei untersucht, ob es sich auch bei dem jüngsten Fall vor wenigen Tagen um Selbstmord handelt. Insgesamt habe es 2010 bereits neun Stürze von Gebäuden der Foxconn-Anlage gegeben. Zwei Personen haben laut Agentur überlebt.

Das ist aber offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs: Nach Angaben des Unternehmens wurden 30 weitere Mitarbeiter gerade nicht davon abgehalten, sich das Leben zu nehmen.

In der Vergangenheit war der Zulieferer immer wieder wegen den herrschenden Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. “Ich war zutiefst schockiert, als ich während meiner geheimen Arbeit herausfand, wie die jungen Foxconn-Angestellten leben”, zitiert die Finacial Times Deutschland einen Reporter der Southern Weekly.

Chinesische Zeitungen versuchten, die Suizide damit zu erklären, dass die jungen Menschen besser ausgebildet seien als ihre Eltern – und darum umso frustrierter, wenn sie trotzdem nur einen Fabrikjob ergatterten. Dieser Befund, selbst wenn er stimmt, erklärt allerdings nicht, warum vor allem Foxconn betroffen ist. Das Unternehmen beliefert unter anderem Apple, Dell und Sony.