Innenminister planen “großen Wurf” gegen Cybercrime

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Mit einer Internet-Zentralstelle wollen die Innenminister der Länder die Kriminalität im Internet besser bekämpfen. Die rasant wachsende Bedrohung durch Kriminelle im Netz sei eine “zentrale Herausforderung”, sagt der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und Hamburger Senator Christoph Ahlhaus.

“Es braucht jetzt einen großen Wurf, um die Entwicklung aufzuhalten”, so Ahlhaus. In der geplanten Internetzentralstelle sollen zunächst alle Erkenntnisse von Bund und Ländern zusammenlaufen.

In der nationalen Internetzentralstelle sollen nach Ahlhaus Worten Spezialisten der Sicherheitsbehörden sitzen, daneben “Experten aus der Internet-Branche”. Und “weil Internet-Kriminalität nicht an Staatsgrenzen halt macht”, soll als nächster Schritt eine internationale Anlaufstelle eingerichtet werden.

Nach Ahlhaus Worten will die Innenministerkonferenz ein umfangreiches Maßnahmenpaket schnüren. Details sollen aber in den nächsten Monaten erst erarbeitet werden. Nun gehe es erst einmal darum, die grundsätzliche Marschrichtung abzustecken.

Als konkrete europäische Maßnahmen gegen Online-Kriminalität schlug Ahlhaus vor, “zunächst auf EU-Ebene eine Meldepflicht aller Staaten für Hackerangriffe, neuartige Viren oder auch Betrugsserien im Netz einzuführen”.

Experten fordern schon seit Jahren im Kampf gegen die global vernetzte Cybermafia, die Kräfte so weit wie möglich über Ländergrenzen hinweg zu bündeln. Konkrete Schritte in diese Richtung wurden jedoch kaum unternommen.

Unterdessen melden die Sicherheitsexperten von Symantec, dass immer mehr Spam-Mails aus Ostafrika abgeschickt werden. “Nahmen im April 2009 noch knapp unter zwei Prozent der weltweit verbreiteten Spam-Nachrichten ihren Ausgang in Afrika, so stieg dieser Anteil bis Mai 2010 auf nunmehr 3 Prozent”, heißt es im MessageLabs Intelligence Report für Mai. “Das bedeutet, dass im Vergleich zur Situation vor einem Jahr nun Tag für Tag rund 1,2 Milliarden zusätzliche Spam-E-Mails von Afrika aus ins Netz gepumpt werden.”