Foxconn: Mitarbeiter wegen Überarbeitung gestorben

Enterprise

Der 27-Jährige Chinese sei am 27. Mai plötzlich gestorben, teilte die US-Organisation China Labour Watch am Donnerstag mit. Nach Angaben seiner Familie sind die harten Arbeitsbedingungen bei Foxconn ein Grund für den Tod.

Der Mann arbeitete mehr als einen Monat am Stück in Nachtschichten, manchmal 24 Stunden ohne Pause, heißt es in dem Bericht der US-Organisation. Der Foxconn-Mutterkonzern, die taiwanische Hon Hai Precision Industry teilte mit, sie sehe keinen Zusammenhang zwischen dem Tod und der Arbeit. “Wir haben uns die Angelegenheit angesehen und nichts gefunden, was den Vorwurf, dass es einen Zusammenhang mit der Arbeit gibt, bestätigt.” Man wolle nicht über die genaue Todesursache spekulieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Arbeitsbedingungen scheinen so gravierend schlecht zu sein, dass sich Mitarbeiter sogar das Leben nehmen. Seit Jahresbeginn haben sich bei dem taiwanesischen Computer- und Mobiltelefonzulieferer zehn Mitarbeiter das Leben genommen. Die Selbstmörder waren alle jung – zwischen 18 und 24 Jahren – und auch ansonsten gleichen sich die Fälle.

Immer nahmen sie sich durch einen Sprung das Leben, durch einen Sprung von einem der Häuser des Firmengeländes in der südchinesischen Provinz Shenzhen in der Nähe von Hongkong. Foxconn betreibt dort ein Firmengelände, auf dem über 300.000 Mitarbeiter arbeiten.

Viele große Konzerne wie Apple, Dell oder Hewlett-Packard lassen bei Foxconn in Südchina kostengünstig ihre neuesten Trend-Produkte fertigen. Apple-Chef Steve Jobs hatte sich auf der D8-Konferenz in Kalifornien erstmals öffentlich zu den Selbstmorden geäußert und darauf bestanden, dass Foxconn kein Ausbeuterunternehmen sei.

Seltsam erscheint nur, dass Apple den Mitarbeitern von Foxconn jetzt eine Gewinnbeteiligung in Höhe von ein bis zwei Prozent versprochen hat. Apple hatte eine Reihe von Selbstmorden und Selbstmordversuchen unter den Mitarbeitern untersucht. Dabei kam das Unternehmen offenbar zu dem Schluss, dass niedrige Löhne ein möglicher Grund für die Vorfälle gewesen sein könnten. Die ersten Zuschüsse sollen an Beschäftigte in der iPad-Produktion gehen.