Mars-Experiment: 520 Tage in Isolation

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Auf dem Mond waren Menschen schon, jetzt lockt der Mars. In einem Experiment simuliert die europäische Weltraumorganisation ESA
den Flug zum roten Planeten. Die Teilnehmer des Experimentes ‘Mars500’ müssen 520 Tage in einem engen Container ausharren.

Er sieht aus wie eine Mischung aus Sauna und Dachstuhl der 70er Jahre – der Container, in dem sechs Männer seit dem 3. Juni freiwillig leben, soll auch gar keinen Luxus bieten. Beim Mars500-Experiment wird schließlich nichts Geringeres als der Flug zum Mars, die Landung und anschließende Rückkehr zur Erde simuliert. 250 Tage dauert die virtuelle Reise zum Mars, 30 Tage der “Ausstieg” in den Mars-Lander und der Ausflug auf eine simulierte Marsoberfläche, 240 Tage der Rückflug zur Erde.

“Die 520 Tage sind eine ziemliche psychische Belastung.” Oliver Knickel weiß, wovon er spricht, er hat als deutscher Kandidat im vergangenen Jahr bei einem Vorexperiment 105 Tage in der Anlage im Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) verbracht. “Der größte Feind ist die Monotonie.”

Gerade einmal drei Quadratmeter groß sind die Einzelzimmer mit Bett, Tisch und Stuhl, in denen die Kandidaten schlafen. “Schon sehr klein, aber man kann zumindest die Tür hinter sich zu machen”, erinnert sich Knickel. Dazu gibt es noch einen Gemeinschaftsraum, eine Küche, den Kontrollraum und eine Toilette. In einem weiteren Modul sind unter anderem der Sportbereich und die Vorräte untergebracht, auch für medizinische Notfälle gibt es ein Modul.

Allein 300 Bewerber gab es bei ESA, die dieses Weltraum-Abenteuer auf festem Boden erleben wollten. Vier davon schafften es in die engere Auswahl. Die ESA-Plätze gingen an den Franzosen Romain Charles und den Italio-Kolumbianer Diego Urbina, die nun mit drei Russen und einem Chinesen eingezogen sind.

Knickel fungiert jetzt als Berater für die aktuelle Mars-Studie und hat die Kandidaten bereits kennengelernt. “Diego ist sehr lebensfroh, immer gut gelaunt, Romain ist sehr ruhig und überlegt.” Durchaus unterschiedliche Charaktere also. “Das war in meiner Crew auch so, aber damit kann man sich gut ergänzen.”