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CEO von IDS Scheer tritt zurück

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In Berlin findet heute und morgen die Process World 2010 der Software AG statt. Peter Gérard, Vorstandsvorsitzender IDS Scheer AG, eröffnete am Morgen die Keynotes, und lässt die erste Bombe platzen: Nachdem er die rund 600 Teilnehmer begrüßt hat, kündigt er seine Rücktritt zur Hauptversammlung der Software AG am 8. Juli an.

Gérard verabschiedet sich in einer kurzen Rede von Kollegen und Kunden und erklärt: “Die Firma ist nicht der CEO” – er sei nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Software AG. Kurz scheint ihm die Stimme zu versagen. Danach geht er schnell wieder von der Bühne.

“Für Insider ist das keine große Überraschung”, erklärte Gérard anschließend im Gespräch mit silicon.de. “Nach der Fusion mit IDS Scheer braucht es keinen CEO mehr, einen direkten Nachfolger wird es also nicht geben.” Die Gesamtleitung wird ab dem 8. Juli Software AG-CEO Karl-Heinz Streibich übernehmen. “Ein Schattenmanagement hätte niemanden gut getan”, so Gérard. Entsprechend sei dieser Schritt nur konsequent.

Auf Gérard folgt auf der Bühne Wolfram Jost, der mit keinem Wort auf den Rücktritt von Gérard eingeht. Er verspricht dafür, das neue Profil der Software AG nach der Übernahme von IDS Scheer zu definieren und einen Einblick in die Roadmap zu gewähren.

Zwei Teams – von Software AG und IDS Scheer – haben seinen Worten zufolge am zukünftigen Profil gefeilt. “Das war anfangs nicht einfach, das können Sie sich denken”, so Jost. “Business Process Excellence” (BPE) sei aber dann in beiden Fällen das Ergebnis der Arbeit gewesen. Kurz gesagt: “Sie müssen einen Prozess implementieren”, um im Wettbewerb bestehen zu können. Er skizziert im Folgenden die BPE Architecture – im wesentlich durch zwei Webmethods-Layer definiert – sowie das BPE Data Model. Bei letzterem seien korrekte Daten das A und O. Fehlende oder falsche Daten müssten zwangsläufig zu falschen Strategien und schlechten Ergebnissen führen.

Der Start von BPE müsse immer auf dem Papier stattfinden. “Selbst Siemens reichte eine einzige Scorecard, um die notwendigen Prozesse zu skizzieren, und das ist keine kleine Firma”, so Jost. Man dürfe nicht einfach mit dem Aufbau des einen oder anderen Prozesses beginnen. Grundlage müsse immer ein ausgefeilter Plan sein. Erst danach komme die Integration und Überwachung der Prozesse.