Foxconn gibt erhöhte Personalkosten an Kunden weiter

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Bei einem Aktionärstreffen in Hongkong gab Foxconn bekannt, die Mehrkosten für Personal in seinen chinesischen Fabriken nach zwei Lohnerhöhungen an seine Kunden weiterzugeben. Zu Foxconns Kunden gehören Apple, Dell und Hewlett-Packard.

Die Äußerung, dass Foxconn die Mehrkosten an die Auftraggeber von Produkten wie Smartphones oder Notebooks weiterreichen will, ist möglicherweise dem Einbruch der Unternehmensaktie an der Börse geschuldet. Der Handel mit den Aktien des taiwanischen IT-Herstellers war am Montag (07.06.2010) in Hongkong ausgesetzt worden. Gegenüber Freitag (04.06.2010) war der Kurs bis dahin um 5,5 Prozent gesunken.

Foxconn selbst leugnet allerdings einen Zusammenhang: “Wir haben das schon mehrere Monate diskutiert. Wir haben Probleme, geeignete Arbeitskräfte für unseren laufenden Betrieb zu finden”, sagte der Geschäftsführer von Foxconn Hongkong, Samuel Chin. “Viele unserer Kunden sind selbst in China vertreten, sie verstehen die Vorgänge also. Deshalb glauben wir, dass wir einige der Folgen der Lohnänderungen erfolgreich an unsere Partner weitergeben können.”

Foxconn hatte seinen Beschäftigten in Shenzhen zunächst eine 30-prozentige Lohnerhöhung von 900 auf 1200 Yuan versprochen und dann zusätzlich angekündigt, die Monatslöhne seiner Mitarbeiter im Werk in der südchinesischen Stadt Shenzhen ab 1. Oktober um 66 Prozent auf 2000 Yuan (rund 245 Euro) zu erhöhen. Auch Apple sicherte den Angestellten seines Auftragsfertigers finanzielle Unterstützung zu.

“Wir erkennen unsere Verantwortung als weltweiter Führer in der Elektronikfertigung an und nehmen sie ernst”, sagte Foxconn-Chef Terry Kuo vor einer Woche. Sein Unternehmen werde daran arbeiten, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne den Bedürfnissen der Beschäftigten entsprächen und Spitzenstandard erreichten. Weitere Lohnerhöhungen in anderen chinesischen Foxconn-Werken sollen Anfang Juli bekannt gegeben werden.

Vor dem Veranstaltungsort kam es zu einer Demonstration mit etwa 30 Teilnehmern, diese hielten den Aktionären von Foxconn Schilder mit Aufschriften wie “Arbeiter sind keine Maschinen” entgegen. Sie warfen Foxconn und Apple mangelnde ethische Richtlinien vor. Ein Demonstrant hatte den Kopf von Apple-CEO Steve Jobs mit Teufelshörnern verziert, ein anderer das Firmenlogo rot gestaltet und “Bloody Apple” darauf geschrieben.