Mandriva hat den Pleitegeier verscheucht

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Die Insolvenz des französischen Linux-Distributors Mandriva scheint offenbar abgewendet. Nach einem Bericht des französischen Fachportals LeMagIT, haben sich Investoren gefunden, die die Zukunft des traditionsreichen Linux-Unternehmen sichern wollen.

Mandriva-CEO Arnaud Laprévote sagte gegenüber dem Magazin, dass man neue Geldgeber gefunden habe. Anwender und Community müssten sich keine Sorgen machen. Einzelheiten zu den Geldgebern sind allerdings nicht bekannt.

Mandriva hatte in der Vergangenheit immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Zuletzt waren im Mai Berichte aufgetaucht, wonach das Unternehmen erneut in einer ernsthaften Krise steckt. Am 11. Juni hatte die französische Anwendervereinigung einen offenen Brief geschrieben und sich über das andauernde Schweigen des Mandriva-Managements zu den Problemen beschwert.

Dass Mandriva-CEO Laprévote – der erst seit April im Amt ist – jetzt an die Öffentlichkeit gegangen ist, ist wohl auch eine Reaktion auf diesen Brief. “Wir haben heute Geldgeber gefunden, die in das Unternehmen investieren – mit dem Ziel, das wirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen und ein tragfähiges Geschäftsmodell zu erarbeiten.” Sorgen der Community und der Anwender wegen der Zukunft von Mandriva Linux seien unbegründet.

Tatsächlich scheinen die Wogen erst einmal geglättet. “Natürlich ist über die Absichten der neuen Investoren nichts bekannt. Ich gehe aber davon aus, dass der Status quo von Mandriva und Mandriva Linux erhalten bleibt”, schreibt beispielsweise Wolfgang Bornath von der deutschen Community-Website Mandrivauser.de. “Darauf lässt die Tatsache schließen, dass es sich hier nicht um eine Übernahme oder aktive Beteiligung handelt, sondern ‘nur’ um eine Investition.”