Misstrauen hält Deutsche vom Internet fern

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In Deutschland kann man noch nicht von einer digitalen Gesellschaft sprechen. Das zumindest sagt die Initiative D21, ein Zusammenschluss von Unternehmen und Behörden bei der Präsentation des zehnten ” (N)Onliner-Atlas”. 19 Millionen deutsche sind demnach noch nicht im Internet angekommen.

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass jeder vierte Deutsche das Internet nicht nutzt. Allerdings hat die Zahl der Internetnutzer im vergangenen Jahr um drei Prozent zugenommen, so dass nun 72 Prozent der Bevölkerung online sind.

“Wenn wir von einer digitalen Gesellschaft sprechen, ist es unsere Aufgabe, alle auf diesem Weg mitzunehmen”, sagte der Vizepräsident der Initiative D21, Alf Henryk Wulf. Dieser Prozess werde noch Jahrzehnte dauern.

Die größte Gruppe der Offliner sind ältere Frauen. Dabei spielen die technischen Hürden eine immer geringere Rolle. “Viele Deutsche haben Angst vor der Nutzung des Internet, es ist ein gewisses Misstrauen vorhanden”, sagte Robert Wieland vom D21-Gesamtvorstand. So gaben über 24 Prozent der über 14-Jährigen an: “Wir sind nicht im Internet und haben das auch nicht vor.”

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto, kündigte verstärkte Bemühungen an, die “digitale Kompetenz” in der Bevölkerung zu erhöhen, und sagte: “Gemeinsam werden wir den digitalen Graben zuschütten.” Dazu gehörten auch Maßnahmen, um die Sicherheit im Internet zu erhöhen.

Die Berliner Initiative D21 bezeichnet sich selbst als “Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft” und wurde 1999 mit dem Schwerpunkt gegründet, eine “digitale Spaltung” in Deutschland zu verhindern.