Microsoft glaubt an die denkende Software

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Artificial Intelligence ist nicht tot, im Gegenteil: Weltweit forschen Wissenschaftler weiter verbissen daran, Maschinen das Denken beizubringen. So auch bei Microsoft Research in Cambridge.

Professor Chris Bishop präsentierte auf der 2010 Royal Society Summer Science Exhibition in London die jüngsten Erfolge seines Teams. Dank immer leistungsfähigerer Prozessoren und Algorithmen könnten Rechner den Menschen heute immer mehr Arbeiten abnehmen.

Fotogalerie: 2010 Royal Society Summer Science Exhibition

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Das Microsoft-Team in Cambridge hat beispielsweise eine Software namens ‚OrganNavigator‘ entwickelt, die das Navigieren durch Magnetresonanztomographie-Aufnahmen deutlich vereinfacht. Aus früheren Aufnahmen hat sich die Software die Lage von Organen gemerkt. Der Mediziner muss also nur noch “Herz” in das Menü eingeben, um die CT-Aufnahmen davon im Detail zu erhalten. Das sei bislang so nicht möglich gewesen.

Das ‚Background Removal Tool‘, ebenfalls von Microsoft, findet sich bereits in Office 2010. Der Betrachter muss nur einen Kreis um ein auszuschneidendes Objekt zeichnen, die Software kann dann Objekt und Hintergrund selbstständig unterscheiden. Das Objekt, hier im Bild das Kind, wird dann automatisch ausgeschnitten und kann in jeden anderen beliebigen Hintergrund eingefügt werden.

Für Leute die nicht selber entscheiden wollen: Die ‚Movie Recommender-Software‘ soll in virtuellen Videotheken zum Einsatz kommen. Basierend auf früheren Leihentscheidungen und den Geschmack von 40.000 Filmfans in einer Datenbank schlägt sie dem Nutzer einen neuen Film vor.

Die ‚Galton Machine‘ am Stand von Microsoft veranschaulicht die Wirkungsweise der Wahrscheinlichkeitstheorie. Basierend auf einem Algorithmus ist es wahrscheinlicher, dass sich die kleinen Kugeln in der Mitte ansammeln. So funktioniert im Prinzip Artificial Intelligence.

Ebenfalls auf der Royal Society Exhibition war dieser raffinierte holographische Radar-Scanner zu sehen. Er sagt Soldaten, wo sich im Gelände mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Landmine verbirgt. Der Soldat muss nicht mehr wie früher üblich mit einem Metalldetektor über ein vermintes Gebiert laufen. Fünf Nationen waren an der Entwicklung beteiligt, sie soll schnellstmöglich zum Einsatz kommen.