Erfolgsfaktoren für High-Tech-Ausgründungen

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High-Tech-Ausgründungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen starten häufig zu früh: Vier von zehn werden ohne Produkt oder Prototyp gegründet – zu Lasten ihrer Wachstums-Chancen. Zu diesen Ergebnissen kommt acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – in einer Untersuchung zu Erfolgsfaktoren von Ausgründungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.

Jede siebente High-Tech-Gründung hat ihren Ursprung in der öffentlich finanzierten Forschung. Die Studie konzentriert sich auf die außeruniversitären Forschungsinstitute Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft. Mit einem jährlichen Forschungsbudget von rund 7 Milliarden Euro und 75.000 Mitarbeitern decken ihre Ausgründungen den gesamten High-Tech-Bereich ab.

acatech hat 656 Ausgründungen dieser Forschungseinrichtungen identifiziert und davon 147 näher untersucht. Die durchschnittliche Ausgründung ist demnach acht Jahre alt, hat 21,5 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 1,35 Millionen Euro. Am 14. Juli wurden die Ergebnisse in Berlin vorgestellt.

Dieter Spath
Dieter Spath
Foto: acatech

“In Deutschland herrscht kein Mangel an guten Ideen”, sagte Studienleiter Dieter Spath, acatech-Vizepräsident. “Allerdings beschäftigen sich viele Gründer aus der Wissenschaft zu spät mit ihren künftigen Märkten und Kunden. Netzwerke, Wirtschaftserfahrung und Legitimität am Markt sind aber entscheidende Erfolgsfaktoren.”

Wichtig ist der Studie zu Folge die richtige Zeitplanung: Interviews mit Gründern zeigen, dass sie Kosten und Zeitaufwand für die Kommerzialisierung einer Technologie häufig unterschätzen. Es sei oft vorteilhaft, eine Technologie noch einige Zeit innerhalb der Forschungsorganisation zu entwickeln und erst zu gründen, wenn ihr Reifegrad ausreicht.