Bitkom beklatscht Brüderle

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Die Zeit vergeht. Gerade war noch Krise, jetzt suchen wir wieder händeringend nach Fachkräften. Und reflexhaft rufen Politiker vor allem des konservativen und liberalen Lagers nach niedrigeren Hürden für die Zuwanderung von IT-Experten aus dem Ausland.

Das muss belohnt werden: Heute beklatschte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer eine neue Initiative der Bundesregierung zur erleichterten Zuwanderung ausländischer Experten: “Die derzeit gültigen Gesetze sind für den Zuzug von Hochqualifizierten immer noch zu restriktiv. Die Senkung der Einkommensgrenzen ist ein wichtiger Schritt. Zudem sollte die bürokratisch aufwändige Vorrangprüfung entfallen”, so der Bitkom-Präsident. Wichtig sei außerdem, dass auch die Ehepartner automatisch eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Deutschland erhielten.

Neben Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan für eine Reform der Zuwanderungsregelungen ausgesprochen. Scheer dazu: “Ausländische Experten sollten in Deutschland willkommen sein. Dafür reichen neue Gesetze nicht aus. Wir sollten Anreize schaffen und aktiv für den Studien- und Arbeitsstandort Deutschland werben.” Der Branchenverband schlägt u.a. eine Informations- und Marketing-Kampagne mit dem Titel “Study and Work in Germany” vor.

Mittelfristig soll ein Konzept ausgearbeitet werden, wie die Zuwanderung auf Basis eines “kriteriengestützten Auswahlverfahrens (Punktesystems)” aktiv gesteuert werden kann. Danach könnte eine bestimmte Zahl von Hochqualifizierten nach Deutschland einwandern, wenn sie Kriterien wie Qualifikation, Alter oder Sprachkenntnisse erfüllen und ein entsprechender Arbeitskräftebedarf besteht. Scheer: “Die Kriterien und die Zahl der Zuwanderer könnten von Politik und Wirtschaft gemeinsam je nach Bedarf und konjunktureller Lage festgelegt werden.”

Aktuell geben laut Bitkom ein Drittel der ITK-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ein Hindernis für ihre Geschäftstätigkeit ist. Auf dem Höhepunkt des Aufschwungs im Jahr 2008 seien es bis zu 60 Prozent gewesen. Seinerzeit gab es 45.000 offene Stellen für IT-Experten in der deutschen Wirtschaft.