Manager verdienen wieder Spitzengehälter

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Die Krise scheint vorüber zu sein, die Gewinne der Unternehmen steigen wieder. Das wirkt sich auch auf die Vorstandsgehälter aus: Für das vergangene Geschäftsjahr verdiente ein DAX-Vorstand im Durchschnitt 2,369 Millionen Euro. Dies ergab eine Untersuchung der TU München (TUM) und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 3,12 Prozent. Allerdings liegen die Bezüge immer noch rund 21 Prozent unter den Höchstwerten aus dem Jahr 2007. Mit einem Jahressalär von 9,6 Millionen Euro führt Dr. Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, die Liste der am besten verdienenden Manager an. Am unteren Ende liegen die Vorstände der Commerzbank mit durchschnittlich 0,55 Millionen Euro – eine Folge der Staatsbeteiligung, die Bezüge sind gedeckelt.

“Josef Ackermanns Vergütung wird zu mehr als zwei Dritteln durch aktienkursbasierte Komponenten bestimmt, die vom Bonus abhängen. Daher ist Herr Ackermann wieder auf den in den Vorjahren gewohnten Spitzenplatz vorgerückt”, sagte Professor Gunther Friedl, Inhaber des TUM-Lehrstuhls für Controlling und Mitautor der Studie. Im Vorjahr hatte Ackermann 1,390 Millionen Euro verdient.

Kritischer als die reine Höhe der Bezüge sehen die Verfasser die Zusammensetzung der Vergütung: 33,2 Prozent werden als Fixgehalt gezahlt, 44,4 Prozent sind variable Boni, und 22,4 Prozent aktienkursbasierte Bestandteile. Das klinge ausgewogen, doch: “Bei den Boni dominieren leider immer noch die kurzfristigen Anreize.” Kritisch sieht er auch die Entwicklung der Jahresboni, die die Gewinnentwicklung nicht ausreichend wiederspiegeln: “Bei vielen Unternehmen scheint der Jahresbonus nicht auf Gewinneinbrüche zu reagieren. Da bleibt die Frage im Raum, wie performanceabhängig die Vergütung tatsächlich ist.”

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So wurden die Boni bei SAP um knapp 80 Prozent erhöht, obwohl der Gewinn gleichzeitig leicht gesunken ist. Warum dies so ist, geht aus dem Vergütungsbericht nicht hervor. Auch bei HeidelbergCement ist allein der Jahresbonus ohne Betrachtung anderer, teilweise einmaliger Boni um 70 Prozent gestiegen, obwohl der Jahresüberschuss um über 90 Prozent eingebrochen ist.