Meuterei bei Dell

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Bei Dells jüngster Hauptversammlung am 2. August in Dallas hat sich offenbar ein deutlicher Anteil der Aktionäre dagegen ausgesprochen, dass Firmengründer Michael Dell wieder in den Aufsichtsrat einzieht. Nach einem Bericht des Wall Street Journal verweigerten ihm 25 Prozent ihre Zustimmung.

Das geht aus Unterlagen hervor, die der texanische Konzern bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Danach wurden 377,8 Millionen oder 25,1 Prozent der insgesamt 1,5 Milliarden Aktien gegen Michael Dells Wiederwahl als Vorstandschef und Verwaltungsratsvorsitzender abgegeben.

Die Schlappe für Michael Dell kommt nicht von ungefähr. Die Aktionäre werfen ihm sowie dem gesamten Management bereits seit längerem vor, sie hätten nicht frühzeitig genug erkannt, dass sich mit PCs und Notebooks kaum noch Geld verdienen lasse. Tatsächlich ist der Computerbauer in den vergangenen Jahren im Wettbewerb immer weiter zurückgefallen.

Es gibt jedoch noch einen anderen – vermutlich stärkeren – Grund für das negative Votum der Aktionäre. Die Börsenaufsicht SEC hatte den Konzern jüngst zu einer Geldstrafe von 100 Millionen Dollar verdonnert. Der Computerbauer hatte laut der Aufsichtsbehörde Geld dafür kassiert, dass er die Prozessoren des Marktführers Intel bevorzugt verbaut hatte. Dell verbuchte die Einnahmen als normalen Umsatz, ohne dies jemals bekannt zu machen. Nur dadurch sei es Dell gelungen, seine Gewinnziele zu erreichen, bemängelte die SEC im Juli. Nachdem die Einnahmen weggefallen seien, habe Dell es wiederum versäumt, seine Anleger über die wahren Gründe der sinkenden Gewinne aufzuklären.

Fotogalerie: Dells HPC-Centre an der Uni Cambridge

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