Facebook: “Entfreunden” tut weh

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Nirgendwo ist es so einfach, Freundschaften zu knüpfen wie auf Facebook – ein Klick und schon ist man virtuell verbandelt. Das fällt auch deshalb so leicht, weil es genauso leicht ist, ungeliebte Freunde wieder los zu werden. Ein Klick und… Doch der echte, emotionale Stress für die Betroffenen ist groß.

“Emotional kann es ähnlich sein, wie verlassen zu werden, weil es einseitig ist”, so Irene Levine, Professorin für Psychiatrie an der NYU School of Medicine. “Während die eine Seite vielleicht schon länger überlegt, den Kontakt abzubrechen, kommt es für die andere Seite völlig überraschend”, so Levine.

Zudem haben das Fehlen von Körpersprache und die Unmittelbarkeit eines Klicks im Internet laut Experten eine völlig neue Problemstellung geschaffen. “Im echten Leben enden Freundschaften auf natürlichem Weg: Man hört einfach auf sich zu sehen, bis sich beide kaum mehr erinnern, überhaupt befreundet gewesen zu sein”, so Michael Pilla, Creative Director aus White Plains. “Auf Facebook ist die Person, die man kaum kennt oder mit der man nicht mehr zurecht kommt, ständig präsent, nimmt Platz auf der Website ein und hält dich in allen Details am laufenden.”

Jeder der rund 500 Millionen Facebook-Nutzer weltweit hat nach aktuellen Erkenntnissen im Schnitt etwa 130 Freunde. In den vergangenen Jahren seien die virtuellen Freundschaften immer wichtiger geworden, deshalb würde auch das Entfreunden immer folgenschwerer, so Aram Sinnreich Professor für Medien an der Rutgers University. Früher hätten Nutzer die Freundschaften im Internet nicht so ernst genommen. “Mittlerweile sehen wir Studie für Studie, dass Menschen, die in Social Networks Freunde verlieren, mit echten psychologischen Konsequenzen konfrontiert sind.”

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