Mehr Macht für Facebook-User

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Eine neue Gruppen-Funktion sowie eine Übersicht über sämtliche Facebook-Daten und zugreifende Anwendungen sollen Facebooks angekratztes Image wieder aufpolieren. Mit neuen Tools gibt Facebook dem Anwender die Möglichkeit, seine Privatsphäre zu verbessern, ohne ihn dazu zu verpflichten.

Die Nutzer, so Facebook CEO Mark Zuckerberg, sollen ihre Daten mitnehmen können, “wo immer sie wollen”. Möglich wird das durch das neue Feature “Download your Information”. Gepostete Nachrichten, Fotos und Videos werden dann in einen Zipordner gepackt und können heruntergeladen werden. Im Laufe des Tages soll diese Funktion, die auf dem Graph API basiert, implementiert werden.

Alleine die Möglichkeit zu haben, Daten auch auf andere Dienste mitzunehmen, dürfte bei Nutzern und solchen, die es noch werden wollen, gut ankommen. Facebook rechnet wohl zurecht nicht damit, dass nun die Nutzer scharenweise ihre Accounts verlassen.

Doch die Download-Option ist nicht das einzige neue Feature. Über ein Dashboard können Anwender künftig sehen, welche Drittanwendungen auf den Account zugreifen, und zudem den Zugriff beschränken.

Neu ist auch das Group-Feature. Ein wichtiges Tool für Anwender, die über heterogene Freundesgruppen verfügen. Nicht jede Nachricht ist für jeden Freund geeignet. In den neuen Gruppen kann der Nutzer nun festlegen, wer welche Nachrichten zu sehen bekommt.

Gerade diese Gruppen-Funktion könnte den Anwendern gute Dienste leisten und damit steigt auch die Attraktivität der Plattform. Forrester-Analyst Augie Ray sieht in den neuen Funktionen ein Zeichen dafür, dass Facebook auch weiterhin wachsen wird. “Jetzt kann Mama Informationen mit den nächsten Verwandten austauschen, ohne die schnippischen Kommentare ihrer hochnäsigen Mitarbeiter fürchten zu müssen”, erklärt Ray in einem Blog.

Auch jüngere Mit-Facebooker können jetzt unter sich bleiben. Schließlich brauchen Mama und Papa ja nicht alles zu wissen. Es ist also auch Facebooks Versuch, mehrere Generationen auf die Plattform zu bringen.

Offenbar hat Zuckerberg dazugelernt, dass nicht jeder Mensch gleich über jedes neue Feature alles über sich und die seinen in die virtuelle Öffentlichkeit hinausposaunen möchte. Daher lassen die neuen Gruppen-Features auch verschiedene Privatheitsgrade zu. Bei ‘Closed’ sehen Besucher eines Profils zwar die Namen derer, die in einer Gruppe versammelt sind, aber nicht deren Inhalte. Stellt der Besitzer einer Gruppe diese auf ‘Secret’ sieht der Besucher weder Inhalt noch Mitglieder der Gruppe.

Aber die vielleicht wichtigste Ermächtigung des Facebook-Users ist das Dashboard, in dem Drittanwendungen, die auf den Account zugreifen, gelistet werden. Facebook gibt damit den Nutzern Tools an die Hand, mit denen sie ihre Privatsphäre genauso gut pflegen können, wie ihre Öffentlichkeit. Allerdings ist es an den Nutzern, diese Tools auch zu nutzen.

Obwohl viele Nutzer die neuen Funktionen begrüßen, vermissen viele das Feature ‘Clear Chat’ mit dem Konversationen löschen konnte.

Fotogalerie: Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook

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