Gefängnisstrafe wegen Wutausbruch bei Facebook

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Weil er via Facebook einen Polizisten beschimpft hat, muss ein 19-jähriger Franzose drei Monate ins Gefängnis. Derweil fühlt sich der Autobauer Porsche von sozialen Netzwerken offenbar zunehmend bedroht und verbietet sie seinen Mitarbeitern komplett.

Die Gerichtsentscheidung in Frankreich ist der erste vergleichbare Fall in dem Land. Die Richter in Brest in der Bretagne verurteilten den 19-Jährigen wegen “öffentlicher Verunglimpfung eines Vertreters der Staatsmacht auf Facebook”, berichtete die französische Zeitung Le Journal du Dimanche.

Neben der Haftstrafe muss der junge Mann eine Geldstrafe von 750 Euro zahlen. Grund für seine Wut, der er via Facebook Luft machte, war eine Fahrzeugkontrolle, bei der er mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Weil er bereits mehrfach vorbestraft ist, hatte die Staatsanwaltschaft sechs Monate Gefängnis gefordert.

Beim schwäbischen Autobauer Porsche fürchtet man sich derweil im Zusammenhang mit Facebook und Co nicht vor möglichen Wutausbrüchen der Mitarbeiter sondern vor Industriespionage. Für die rund 13.000 Mitarbeiter des Konzerns sind deswegen soziale Netzwerke und Webdienste ab sofort komplett tabu. Sie dürfen nicht mehr über Facebook, Xing und Co kommunizieren.

Über soziale Netzwerke könnten interne Informationen nach draußen gelangen, sagte der Leiter Konzernsicherheit, Rainer Benne, gegenüber der Wirtschaftswoche. Ausländische Geheimdienste würden vor allem Facebook systematisch ausspionieren. Sie würden auf diesem Weg, Kontakt zu gut informierten Insidern aufnehmen und versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Laut dem Bericht pflegen rund ein Viertel der Porsche-Mitarbeiter weltweit Kontakte und Freundschaften über Facebook und andere soziale Netzwerke.