Steve Jobs würzt Quartalszahlen mit Lästerattacke

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Eigentlich nimmt Steve Jobs nicht an Telefonkonferenzen zu Quartalszahlen teil. Diesmal aber war alles anders und Jobs nutzte die Gelegenheit, um ordentlich über die Konkurrenz herzuziehen. Dabei bewegt sich der Apple-CEO selbst auf dünnem Eis, sagen Beobachter.

Steve Jobs wollte sich nach eigenen Worten die Gelegenheit nicht nehmen lassen, bei der Auswertung des ersten Quartals mit mehr als 20 Milliarden Dollar Umsatz dabei zu sein. “Wir sind wie umgehauen, angesichts von über 20 Milliarden Dollar Umsatz und über 4 Milliarden Dollar Gewinn, beides sind Rekordwerte für Apple“, sagte Jobs und heizte im selben Atemzug die Gerüchteküche an: “Wir haben noch einige Überraschungen für den Rest des Kalenderjahres übrig.” Spekuliert wird über ein neues Macbook Air und Mac OS X 10.7.

Nachhaltiger als über die gewohnt nebulösen Andeutungen und die aktuellen Quartalszahlen wird jedoch seit Jobs’ Auftritt seine Lästerattacke gegen die Konkurrenz diskutiert. Denn der Apple-CEO nutzte seinen Überraschungsauftritt in erster Linie, um die bald erhältlichen iPad-Rivalen der Konkurrenz herabzuwürdigen – insbesondere geplante Tablets mit 7-Zoll-Bildschirmen. “Sie sind sinnlos, außer die Tablets werden mit Schleifpapier ausgeliefert, damit die Nutzer ihre Finger auf etwa ein Viertel ihrer aktuellen Größe herunterschleifen können”, ätzte Jobs.

10 Zoll sei das Minimum für einen Tablet-Bildschirm. Alles was darunter liege sei “Dead on Arrival”, also schon zum Marktstart tot.

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Gleichzeitig wetterte Jobs in seiner ausführlichen Ansprache gegen Google. “Apple aktiviert täglich rund 275.000 Geräte mit iOS, an manchen Tagen sogar über 300.000”, erklärte Jobs. Er bemängelte, dass es für Android keine verlässlichen Zahlen gibt, wie viele Geräte pro Quartal ausgeliefert werden.

In seiner fünfminütigen Ansprache, in der er fast ausschließlich über Google herzog, beschäftigte sich Jobs auch ausführlich mit dem Thema Apps für Android. Viele Unternehmen würden ihren eigenen App Store planen – der Anwender habe dadurch die oft nicht leichte Qual der Wahl. Entwickler müssten außerdem ihre Programme für diverse Android-Versionen und Geräte optimieren. “Da hat er ein sehr schlimmes Bild gezeichnet. Doch es gibt tatsächlich Probleme besonders für kleine Entwickler, die sich nicht leisten können, tonnenweise unterschiedliche Versionen zu schaffen”, sagte dazu Gartner-Analystin Carolina Milanesi.