Nachhaltiges Design: Der Karton-PC

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Üblicherweise nimmt man einen neuen PC aus dem Karton, in dem er transportiert wurde. Bei den Rechnern von Recompute ist das zwar auch nicht anders, dennoch gibt es beim Auspacken eine Überraschung: Nicht nur die Verpackung, auch das PC-Gehäuse ist aus Karton.

Angefangen hat die Geschichte vom Karton-PC in Houston. Eigentlich wollte der Designer Brenden Macaluso mit dem von ihm an der Universität als Abschlussarbeit vorgestellten Entwurf in erster Linie andere anregen, darüber nachzudenken, wie sich Nachhaltigkeit besser im Design verankern lässt.

“Mir ging es um drei Aspekte: Wie wir Dinge herstellen, wie wir sie benutzen und wie wir sie schließlich entsorgen”, erklärte er damals im Interview mit einer lokalen Tageszeitung. Den Karton-PC sah er lediglich als Extrembeispiel für die Umsetzung von nachhaltigem Design über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Inzwischen ist aus dem Beispiel eine Erfolgsgeschichte geworden: Mit der Firma Recompute vermarktet Macaluso seine Karton-Gehäuse weltweit.

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Beim Cardbox-PC wird nicht nur ein einfach wiederverwertbares Material verwendet, das Gehäuse ist auch schneller und mit weniger Teilen zusammengebaut. Beispielsweise kommt das Karton-Gehäuse ohne Muttern und Schrauben aus – wodurch auch der Aufwand für deren Herstellung entfällt. “Man nimmt nicht wahr, wie viel Aufwand dahinter steckt. Ein Computer ist etwas, das wegen seines endlichen Nutzungszeitraums ohnehin weggeworfen wird – warum verwendet man also so viel Mühe darauf, ihn herzustellen?”

Der lediglich als Denkexperiment konzipierte Karton-PC fand schnell großen Anklang: Museen in Frankreich und Belgien nahmen ihn in ihre Ausstellungen auf und Designbücher führten ihn als exemplarisches Produkt auf. Aus dem Ergebnis der Abschlussarbeit ging die Firma Recompute und ein kleines Geschäft hervor: Im April dieses Jahres verkaufte Macaluso die ersten seiner Karton-PCs auf einer regionalen Wirtschaftsausstellung in Texas.

Inzwischen werden im Online-Shop vier Modelle und die Lieferung nach Deutschland angeboten. Insgesamt, so eine erste Bilanz, kommt der Karton-PC in Europa ohnehin besser an als in seiner Heimat: 75 Prozent der Anfragen stammen bisher vom alten Kontinent.

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