Siemens hat wieder eine weiße Weste

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Hinter dem Traditionskonzern Siemens liegen die düstersten Jahre der Firmengeschichte. Aber jetzt scheint die Büßerzeit vorbei zu sein.

Sonderprüfer Theo Weigel bescheinigt dem Konzern laut Informationen der Süddeutschen Zeitung eine saubere Geschäftspraxis. Das Münchner Unternehmen sei “auf dem richtigen Weg” und Bestechung spiele heute keine Rolle mehr.

Nun muss der Aktienkonzern keine weiteren Strafen mehr befürchten. Im Bericht des als Sonderprüfer eingesetzten ehemaligen Bundesfinanzministers Theo Waigel an US-Behörden bescheinigt dieser dem Konzern eine saubere Geschäftspraxis.

Die Unternehmenskultur unter dem neuen Chef Peter Löscher habe sich geändert und auch die eingeführten Kontrollen zeigten Wirkung. Die neue Leitung habe tiefgreifende Konsequenzen aus der Bestechungsaffäre gezogen. Systematische Korruption sei inzwischen ausgeschlossen. Das Interne Programm gegen Bestechung und andere Verstöße sei inzwischen sogar zu einem internationalen Maßstab geworden.

Waigels Bericht geht an die SEC, die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium. Nachdem Siemens auch an der US-Börse gelistet ist, unterliegt Siemens auch der Aufsicht der US-Behörden. Vor zwei Jahren musste Siemens 600 Millionen Dollar Bußgeld wegen weltweiter Schmiergeldzahlungen bezahlen. Waigel war zusammen mit Wirtschaftsprüfern und Juristen im Zuge eines Vergleichs zwischen Siemens und den amerikanischen Behörden als Sonderprüfer eingesetzt worden. Im Dezember wird Waigel noch mit den Behörden sprechen und danach das Unternehmen weiter beobachten.

Bislang hat Waigels Team 1600 Beschäftigte des Konzerns gesprochen und knapp 20.000 Dokumente durchforstet. Auch in Ländern wie Griechenland, Russland, Indien, China oder Argentinien waren das Monitoring-Team vor Ort.

Wie Waigel berichtet, soll Siemens auch mit den strengeren Vorschriften keinen einzigen Geschäftspartner verloren haben. Offenbar scheinen auch im internationalen Wettbewerb Ethik und Moral kein Hindernis sondern ein Wettbewerbsvorteil zu sein, schließt Waigel.

Über die bisherigen Ergebnisse seiner Arbeit hat Waigel nach Informationen der SZ einem Untersuchungsausschuss des griechischen Parlaments berichtet, der Schmiergeldzahlungen von Siemens in Athen aufklären soll. Der Ausschuss war kürzlich nach München gekommen, um aktive und frühere Manager von Siemens sowie Waigel als Zeugen zu vernehmen.

Die wichtigsten Momente
Waigel sagte zwei Stunden lang aus und erklärte dabei, auch in Griechenland sei Siemens auf dem richtigen Weg. Für den Konzern ist Waigels Bescheinigung von großer Bedeutung, da Politiker in Athen dem Unternehmen Staatsaufträge entziehen und Siemens mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe

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