Open Source: Data-Management und -Integration finden zusammen

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Dank großzügiger Investorengelder kann der französische Daten-Spezialist Talend jetzt die deutsche Sopera übernehmen, einem Anbieter von quelloffenen SOA-Technologien.

“Wir kommen aus dem Data-Management-Bereich, Sopera ist ein absoluter Spezialist für die Data-Integration”, erklärt Bertrand Diard, CEO von Talend. Mit der ersten Übernahme der Unternehmensgeschichte rückt Talend gemessen am Umsatz nach Red Hat, Novell, Ingres und SugarCRM zum fünftgrößten Open-Source-Player auf. Aber die Übernahme bringt auch noch andere Vorteile: Jetzt könne man sowohl in der Cloud wie auch on Premise für konsistente Daten sorgen und die quelloffene Alternative brauche auch einen Vergleich mit Tibco und Informatica nicht mehr scheuen.

Sopera ist bereits seit zwei Jahren ein enger Partner von Talend, daher arbeiten die Produkte der beiden Unternehmen auch schon stellenweise sehr gut zusammen. “Dennoch müssen wir noch ein wenig Integrationsarbeit leisten.” Eine Roadmap wolle das Unternehmen im Dezember vorlegen. Wie viel Talend für Sopera bezahlt hat, wurde nicht bekannt.

Allerdings kann sich Talend über eine weitere Finanzierungsrunde von 34 Millionen Dollar aus den Kassen von Silver Lake Sumeru, Balderton Capital und IdInvest Partners freuen. Der Sopera-Kauf habe diese frischen Mittel jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Mit den verbliebenen Mitteln will Talend zum einen die Integration der neuen Technologie vorantreiben und neben den 60 Angestellten von Sopera auch noch weitere einstellen. “There is more to come” erklärte Diard auf die Frage, ob noch weitere Akquisitionen geplant seien, wenn auch vielleicht nicht in aller nächster Zukunft.

Durch die Übernahme erhofft sich Talend neben neuer Technologie auch eine verstärkte Präsenz auf dem deutschen Markt und über die Referenzen von Sopera auch bessere Kontakte zu großen deutschen Konzernen. Zu den Kunden von Sopera zählen etwa DHL, die Deutsche Rentenversicherung, die Bundesministerien für Justiz und Gesundheit, das Bundesrechenzentrum, die Hanse-Merkur-Versicherung, der Finanzdienstleister Union Investment, die Landesbank Berlin Brandenburg sowie die Bausparkasse Wüstenrot.

Sind die beiden Technologien erst einmal integriert, “können Anwender eine Middleware-Plattform nutzen, die deutlich günstiger als proprietäre Technologien ist, und auf der anderen Seite aber größere Funktionalität bietet und einfacher zu installieren und zu verwalten ist”, bekräftigt Diard. Künftig werde das neue Open-Source-Duo auch in Märkten antreten, wo bisher neben Tibco die Software AG, Progress Software und IBM stark sind.

“Die aktuellen Sopera-Lösungen basieren auf den populären Projekten Apache ServiceMix, Apache CXF und Apache ActiveMQ. Talend wird die Beziehung mit der Apache Software Foundation ausbauen, da wir diese und weitere Projekte in unseren bestehenden und zukünftigen Lösungen nutzen werden”, ergänzt Fabrice Bonan, COO und Mitgründer von Talend.

“Seit unserem ersten Investment in Talend hat das Unternehmen beeindruckende Fortschritte gemacht und unsere hohen Erwartungen noch übertroffen”, so Bernard Liautaud, Gründer und ehemaliger CEO von Business Objects, Aufsichtsratsmitglied von Talend und jetzt General Partner bei Balderton Capital, dem Venture Capital, der als erster auf die französische Open-Source-Schmiede gesetzt hatte. “Wir stehen am Beginn einer neuen Wachstumsära für das Unternehmen und sind gespannt, wie Talend seine führende Rolle im Open-Source-Markt für Datenmanagement auf den breiteren Bereich der Middleware ausweiten wird.”

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