Green IT: “Mehr als eine Mode”

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Informationstechnologien haben ein sehr hohes grünes Potenzial. Das betrifft zum einen die Ressourcenschonung in der IT-Infrastruktur selbst (Green in IT), zum anderen das Einsparen von Energie und Material mittels IT-Einsatzes in der gesamten Volkswirtschaft (Green durch IT). Das ergab eine Untersuchung von Deutsche Bank Research und des Green IT Beratungsbüro beim Bitkom.

Für die Studie ‘Green IT – Mehr als eine Modeerscheinung!’ wurden 237 Firmen befragt. Die Umfrage verdeutlichte, dass eine Schnittstelle zwischen IT, Umweltmanagement und Budgetverantwortung für den Energieverbrauch in den Firmen nicht selbstverständlich ist. Nur 38 Prozent der Unternehmen gaben an, einen Umweltbeauftragen berufen zu haben. Lediglich 32 Prozent der Firmen haben eine übergreifende Budgetverantwortung für Energie und IT definiert.

Martin Jetter, Bild: IBM
Martin Jetter, Bild: IBM

“Damit Unternehmen ihre oft ehrgeizigen Umwelt- und Ressourcenziele erreichen können, genügt nicht die Nutzung energieeffizienter Hard- und Software. Das Thema Green IT sollte in den Firmen bereichsübergreifend angegangen werden”, sagte Martin Jetter, Chef der Geschäftsführung von IBM Deutschland und Mitglied des Bitkom-Präsidiums bei der Präsentation der Studie.

Dr. Stefan Heng, Bild: DB Research
Dr. Stefan Heng, Bild: DB Research

26 Prozent der Unternehmen sehen sich derzeit durch betriebliche Erfordernisse gedrängt, Green IT-Projekte umzusetzen. ” Die Firmen der unterschiedlichen Branchen beabsichtigen, mittels intelligenter IT-Systeme dem Kostendruck zu begegnen”, sagte Dr. Stefan Heng, Senior Economist bei Deutsche Bank Research und einer der Autoren der Studie. “Darüber hinaus hoffen sie darauf, den Kunden neue Güter und Dienstleistungen sowie der Belegschaft flexiblere Arbeitsplatzmodelle anbieten zu können.”

Die mit Green IT verbundenen ressourcenschonenden Potenziale seien enorm. Jetter: “Der Umstieg auf die neuesten Gerätegenerationen kompensiert zwar in der Regel die intensiver werdende IT-Nutzung.” Das allein reiche jedoch nicht aus, stattdessen seien ganzheitliche IT-Konzepte nötig, um die Einsparpotenziale der IT zu heben. Bei der Umsetzung von Green IT im Unternehmen spielten Best-Practice-Beispiele eine wichtige Rolle. Diese könnten dabei helfen, die Komplexität geplanter Projekte transparent zu machen. Mit einer entsprechenden Projektplanung falle es Unternehmen oft leichter, die notwendigen Maßnahmen für ihre IT abzuschätzen.

Die mit dem Thema Green IT oft mitschwingenden ökologischen Erwartungen werden nach Angaben der Autoren eher erfüllt, wenn sich die neuen Technologien auch ökonomisch rechnen. Als wesentliche Hürden für die Umsetzung von Green-IT-Projekten benennen viele Unternehmen dabei das Investitionsrisiko, die Zustimmung von Stakeholdern sowie die bislang unzureichende unternehmensinterne Erfahrung mit Green-IT-Projekten.

Durch die positiven externen Effekte von Green IT sei die staatliche Förderung über eine begrenzte Zeit durchaus zu begründen, hieß es. Heng: “Der Staat kann mit einem breit angelegten Instrumentarium das Vorankommen von Green-IT-Projekten unterstützen. Von der Anpassung des gesetzlichen Rahmens und direkten Subventionen über die Formulierung politischer Ziele und Empfehlungen bis hin zur Platzierung eigener Dienste und der Förderung der Breitbandnetze reicht hier das Instrumentarium.” Die Studie kann kostenlos aus dem Netz geladen werden.