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TomorrowNow kostet SAP 1,3 Milliarden Dollar

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Dies dürfte wohl bislang einer der teuersten Downloads in der IT-Geschichte sein. Ein US-Gericht verurteilt SAP zu einer Rekordstrafe. Nun erwägt Walldorf trotz verhaltener Aussichten weitere rechtliche Schritte.

Nach elf Tagen Verhandlung entschied sich die Jury des Bundesgerichts in Oakland, Kalifornien, den Walldorfer SAP-Konzern zu der Summe von 1,3 Milliarden Dollar zu verurteilen. Die SAP-Tochter TomorrowNow soll hundertausende Dokumente und Software heruntergeladen haben. Dabei sei es auch zu Urheberrechtsverletzungen gekommen.

“Wir sind von diesem Urteil – natürlich – enttäuscht und werden jetzt alle Möglichkeiten ausloten wie Nachverhandlungen oder Berufung, wenn es nötig sein sollte”, so SAP in einer offiziellen Mitteilung. “Das verlängert natürlich den Prozess und wir hoffen, dass dieser Fall angemessen aufgelöst werden kann, ohne weitere lange Jahre mit Verhandlungen.” Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass SAP die Strafe signifikant senken kann.

Dieses Dokument beschert Oracle 1,3 Milliarden Dollar. Quelle: CNET
Dieses Dokument beschert Oracle 1,3 Milliarden Dollar. Quelle: CNET

SAP ist offenbar von einem niedrigeren Betrag ausgegangen und hatte für diese Zahlung zunächst 100 Millionen, dann 160 Millionen Dollar zurückgelegt. Diese Verurteilung ist die bislang höchste eine Urheberrechtsverletzung, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilt. Die Summe von 1,3 Milliarden Dollar entspricht etwa dem Nettogewinn für SAPs viertes Quartal.

Trotz der unerwartet hohen Strafe wollen die Walldorfer an ihrem Jahresausblick festhalten. Wie ein SAP-Sprecher erklärte, werde das Urteil auch keinerlei Auswirkungen auf das operative Geschäft SAPs haben.

  1. War abzusehen
    Dieser Fall zeigt wieder eindrucksvoll, dass einem US-amerikanischen Unternehmen nichts besseres passieren kann, als ein ausländisches Unternehmen im eigenen Land zu verklagen. Böse Zungen würden hier von einem patriotischen Urteil sprechen.

  2. Spende statt Oracle?
    a) kann ich “Daniel” nur beipflichten.
    b) was könnte man nicht alles mit 1,3 Mrd USD erreichen!? Stellen Sie sich vor, dieser Betrag ginge nicht an Oracle sondern würde für Entwicklungsprojekte gespendet! Da wären viele caritative Organisationen froh, wenn sie so ein Budget hätten!
    Weil wenn das “nur” dem Quartals-Nettogewinn entspricht, trifft es eh keine Armen!