Wikileaks bestätigt: Chinesische Regierung steckt hinter Google-Hack

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Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von 250.000 US-Depeschen durch Wikileaks sorgen vor allem pikante Informationen von US-Diplomaten für internationale Schlagzeilen. Doch die Papiere beinhalten auch brisante Details zum Google-Hack.

Denn die US-Depeschen weisen darauf hin, dass China die Angriffe auf die Suchmaschine Google in Auftrag gegeben hat. Den Verdacht gab es zwar von Anfang an, doch nach einem Bericht der New York Times gibt es nun Belege dafür.

Demnach beschreibt ein chinesischer Informant die Aktion als Teil einer konzertierten Kampagne, die direkt vom Politbüro abgesegnet wurde. Für die Umsetzung solcher Aktionen gebe es eine Zusammenarbeit zwischen Regierungsangehörigen, privaten Sicherheitsexperten und im Internet rekrutierten Hackern.

Solche Aktionen würden seit 2002 regelmäßig vorgenommen. Ziel seien im Laufe der Jahre auch Systeme der US-amerikanischen Regierung sowie deren westliche Alliierte geworden. Auch in die Systeme des Dalai Lama sein man eingebrochen.

Die Untersuchungen einiger Sicherheitsspezialisten hatten Anfang des Jahres ebenfalls bestätigt, dass der Ursprung der Angriff innerhalb der chinesischen Regierung liege. Google hatte sich in diesem Jahr größtenteils aus China zurückgezogen und stoppte zudem die von staatlicher Seite geforderten Zensurmaßnahmen in seiner Suchmaschine. Vorübergehend wurden die Besucher von google.cn auf das Google-Portal in der Sonderhandelszone Hongkong umgeleitet. Im Sommer korrigierte Google jedoch seien Kurs in der Volksrepublik und gab den Forderungen der chinesischen Regierung in weiten Teilen nach.