SAS-CEO Goodnight: Nicht alle Tweets sind gleich!

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Immer häufiger stammen Daten, die für Entscheidungen in Unternehmen herangezogen werden, nicht mehr aus Quellen im Unternehmen, sondern von Facebook und Twitter. CEO und Mitgründer des letzten großen unabhängigen Business-Intelligence-Anbieters SAS, Jim Goodnight, sieht das allerdings problematisch.

Jim Goodnight sieht in High Performance Computing einen ebenso großen neuen Trend, wie Apple mit der neuen Hardware in Form des iPads. Auch Soziale Netze sind für ihn ein wichtiges Thema. Mit dem Tool Social Media Analytics erlaubt SAS einen automatisierten Blick auf die Kundenmeinung eines Unternehmens innerhalb von sozialen Plattformen.

Schon im Januar will SAS dann Conversation Center vorstellen, mit dem Unternehmen auch beobachten können, was über sie in Twitter ausgetauscht wird. Ein wertvolles Tool, das sehr schnell aufzeigt, wenn sich zum Beispiel Kunden über ein neues Produkt ärgern. Goognight erklärte, dass SAS sich so schnell wie möglich an die Realitäten der neuen sozialen Plattformen anpassen will.

Doch genau hier liege für Goodnight auch der Haken an der Aussagekraft von solchen Konversationen über soziale Netze. Denn sie bieten natürlich ein Tool, das schneller als vermutlich jedes andere Instrument die leisesten Schwankungen in der Außenwahrnehmung einer Marke, eines Produkts oder eines Unternehmens aufzeigt. Auf der anderen Seite agieren Soziale Netze auch gerne als Verstärker für emotionsgeladene Menschen, die ihrem Frust freie Bahn lassen. Beginnt einer über ein Produkt zu schimpfen wird er sehr schnell Zuspruch von anderen und Freunden finden, auch wenn diese vielleicht gar keine Erfahrungen mit dem Produkt gemacht haben.

“Es ist eine augenblickliche Reaktion – die einem zeigt, wie die Leute über eine Marke denken”, erklärt Goodnight in einem Gespräch mit silicon.com. “Auf lange Sicht wird das wohl zu einer allgemein akzeptierten Praxis werden, dass man den Finger am Puls hat und weiß, was Menschen über ein Unternehmen denken”, prognostiziert Goodnight.

“Mein Hauptbedenken dabei ist, dass Tweets und Blogs viel häufiger von negativ beeinflussten Menschen abgesetzt werden, als positive Nachrichten. Das sollte man bedenken.” Unternehmen sollten daher solche Tweets und Facebook-Posts nicht als ‘Nominalwert’ nehmen. Stattdessen sollte man dabei auch darauf achten, wer diese Posts macht und was vielleicht die Motivation für diesen Post sein könnte.

“Man sollte einige Untersuchungen anstellen, um herauszufinden, wie viel Gewicht man solchen negativen Kommentaren beimessen kann. Man sollte sich zum Beispiel fragen: ‘Ist es das erste Mal, dass diese Person sich negativ über ein Unternehmen äußert. Falls nicht, kann man vielleicht sagen, die Person hat ohnehin eine schlechte Einstellung gegenüber dem Unternehmen und man kann sie ignorieren.”

Aber künftig wird SAS vielleicht auch solche Analysen, zumindest ein Stück weit, automatisieren können. Sozial Networking ist, wie Goodnight betonte, ein Bereich, in den “SAS so schnell wie möglich vordringt”.

Ein anderer Trend ist das iPad: “Mit Modellen wie dem iPad, sehen wir jetzt genug Raum auf diesen mobile Geräten, so dass wir es für sinnvoll halten, dass alle SAS-Produkte auch über mobile Geräte erreichbar werden.” Schon ab kommendem Jahr wolle SAS Anwendungen auf die neuen Plattformen zuschneiden.

Große Stücke hält Goodnight auch von High Performance Computing (HPC). Moderne Supercomputer ermöglichten es, dass Analysen, die einst mehrere Stunden dauerten, heute binnen weniger Minuten fertig sind. So könnten Unternehmen heute so genanntes “Real-Time Risk Assement” oder auch “Stress Testing” machen, ohne dafür im Vorfeld Geld ausgeben zu müssen. Ein Einzelhändler kann damit zum Beispiel in Echtzeit prognostizieren, was ein bestimmtes Sonderangebot an Umsatzplus für eine Filiale bringt.

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