Labile Märkte halten CFOs in Atem

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Schwankungen an den Märkten und aus dem Krisenjahr 2009 vererbter Kostendruck bestimmen im kommenden Jahr das Handeln der CFOs. Dennoch dürfen sich auch 2011 viele CIOs über steigende IT-Budgets freuen.

2010 dominierten noch die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise den globalen Markt. Im kommenden Jahr sehen sich Unternehmen hauptsächlich mit schwankenden Märkten und dem weiteren Zwang zu Kostensenkungen konfrontiert. Darüber hinaus werden CFOs nach wie vor versuchen, ihre Geschäftsprozesse zu stabilisieren, um möglichst wettbewerbsfähig zu bleiben, wie der Anbieter von Purchase-to-Pay-Lösungen Basware prognostiziert.

Baswares Prognose wird von einer Capgemini-Studie gestützt. Demnach rechnen in den nächsten 12 Monaten rund 39 Prozent der CIOs mit stabilen Budgets. 35 Prozent rechnen sich sogar steigende Mittel aus. Mit 21 Prozent fürchten 2010 für das kommende Jahr deutlich weniger Befragte als im vergangenen Jahr Kürzungen.

Ausgegeben wird das Geld in erster Linie für das Management der Infrastruktur (32 Prozent des Budgets). Jeweils 27 Prozent entfallen laut Capgemini auf die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen, der Rest wird für das Management der Geschäftsprozesse verwendet.

Während das Infrastruktur-Budget um vier Prozentpunkte gekürzt wurde, gewannen Anwendungsentwicklung und Anwendungsmanagement leicht hinzu. Ebenso wird in Geschäftsprozesse mit einem Plus von zwei Prozentpunkten mehr investiert.

Und dafür gibt es einen guten Grund: “Die Virtualisierung der Infrastruktur hat Kostenvorteile gebracht, die jetzt für andere Projekte in der Anwendungsentwicklung genutzt werden. Viele Unternehmen nutzen sie, um ihre Software für mobile Anwendungen und das Web 2.0 auszubauen”, erklärt Dr. Uwe Dumslaff, CTO bei Capgemini in DACH.

Auch wenn sich durch die Modernisierung der Infrastruktur Kosten senken lassen, bleiben, zumindest in den Augen von Basware für den CFO, Kostensenkungen und Profitabilität oberstes Gebot, um vor allem die kurzfristige Liquidität zu sichern. So hat eine aktuelle Untersuchung der internationalen Nachrichten-Gruppe Bloomberg ergeben, dass die größten europäischen Unternehmen insgesamt über etwa 530 Milliarden Euro liquide Mittel verfügen. Gleichzeitig streben Unternehmen möglichst hohe Kosteneinsparungen an, um so profitabel wie möglich zu bleiben.

Schwankende Märkte erschweren zuverlässige Prognosen

Es bleibt zu erwarten, dass Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen 2011 erheblichen Einfluss auf die Geschäftsergebnisse der Unternehmen ausüben dürften. Dynamische Märkte erschweren Unternehmen exakte Planungen und verlässliche Prognosen. Da kann es passieren, dass sie bei niedrigen Einkaufspreisen den Bestand aufstocken und in der Folge übermäßige Lagerkosten in Kauf nehmen müssen. Die Gefahr dabei: finanzielle Instabilität, da ein großer Anteil des Vermögens in Lagerbeständen gebunden ist. Während die Beschaffungsteams mit unberechenbaren Währungskursen zu kämpfen haben, steigt zudem die Gefahr der Inflation. Unternehmen sehen sich 2011 darüber hinaus mit Themen wie steuerlichen Neuregelungen und Handelsungleichgewichten konfrontiert, die das wirtschaftliche Umfeld schnell verändern können.

Schwankungen messbar machen

Während Beschaffungsabteilungen traditionell am Kaufpreisunterschied gemessen werden, rechnet Basware für das kommende Jahr damit, dass sich CFOs auf langfristige Kosten- beziehungsweise Einsparmessungen konzentrieren werden. Hier spielen besonders Lagerkosten und Lieferantenrisiken sowie das Herausrechnen von rohstoffseitigen Schwankungen eine Rolle.

Solche Marktschwankungen könnten sich auch auf die Arbeit eines CIOs auswirken. Und daher machen sich laut Capgemini trotz der stabilen bis positiven Lage mehr IT-Verantwortliche als zuvor Sorgen um die Auswirkungen von Kürzungen. Die Quote derjenigen, die das Tagesgeschäft in diesem Fall in Gefahr sähen, stieg von 34 auf 44 Prozent. Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit fürchten jetzt 59 Prozent der Befragten negative Auswirkungen, im Vorjahr waren es noch 49 Prozent.

Dennoch ist die IT-Abteilung dem von der Finanzabteilung möglicherweise verhängten Sparzwang nicht bedingungslos ausgeliefert. Capgemini empfiehlt eine vielleicht nicht ganz neue strategische Ausrichtung: “Die Zahlen zeigen, dass die IT in diesem Jahr Innovationen auf den Weg bringen muss, die kritisch für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sind. Es geht nicht mehr nur darum, mit Hilfe von IT effizienter zu werden, sondern die Entwicklung neuer Produkte und Services für Kunden zu unterstützen“, kommentiert Dr. Peter Lempp, COO für Package Based Solutions bei Capgemini.

Effiziente Prozesse und flexible Transaktionsbeziehungen zu Lieferanten

Um sicherzustellen, dass Unternehmen für zukünftiges Wachstum gewappnet sind, benötigen sie in Zeiten globaler Märkte möglichst effiziente, einfache und flexible Transaktionsbeziehungen zu ihrem internationalen Lieferantenstamm. Der Effizienz stehen in vielen Unternehmen noch uneinheitliche Datenformate, sich verändernde gesetzliche Anforderungen und eine zersplitterte Lieferantenbasis entgegen.

“Offene Handelsplattformen ermöglichen es Unternehmen jeder Größe, Geschäfte elektronisch abzuwickeln”, so Frank Wuschech, Geschäftsführer bei Basware. “Im vergangenen Jahr erreichte beispielsweise Toshiba TEC Germany in der Rechnungsbearbeitung Kosteneinsparungen um bis zu 75 Prozent durch die Umstellung auf E-Invoicing.”

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