Yahoo offenbar wieder vor Entlassungswelle

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Beim Internetkonzern Yahoo droht möglicherweise erneut eine Entlassungswelle. Wie aus Unternehmenskreisen durchgesickert ist, plant das Unternehmen die Entlassung von bis zu 600 Mitarbeitern – das entspreche vier bis fünf Prozent der Gesamtbelegschaft.

Die Kündigungen sollen möglicherweise noch an diesem Dienstag ausgesprochen werden, sagten zwei Insider und bestätigten damit einen entsprechenden Bericht der New York Times. Derzeit sind bei Yahoo noch 14.100 Mitarbeiter beschäftigt.

Für den Internetkonzern wäre es die vierte Entlassungswelle in drei Jahren. Für die beiden letzten ist Yahoo-Chefin Carol Bartz verantwortlich. Sie hatte vor zwei Jahren die Führung des angeschlagenen Unternehmens übernommen, um es wieder zu neuem Wachstum zu führen, was aber bislang nicht gelang. Es wird erwartet, dass die Entlassungen vor allem die Produktabteilung in den USA treffen.

Yahoo steht trotz der bereits massiven Einsparungen unter dem Druck der Investoren. Zuletzt hatte Bartz die Verwaltung verschlankt und Unternehmensbereiche gestrichen, die unrentabel arbeiteten. Statt weiter in die Suchtechnologie zu investieren, gab sie zudem die Suchmaschine und das zugehörige Werbeplattform an Microsoft ab. Auch in anderen Bereichen wie der Jobbörse oder der Dating-Plattform kooperiert sie mit anderen Unternehmen.

Statt in Technologie setzt Yahoo inzwischen verstärkt auf die Produktion von Inhalten. Neue Redakteure und Amateur-Autoren sollen für viele neue Nachrichten und andere Inhalte sorgen. In den USA investiert das Unternehmen vor allem in den Aufbau regionaler Redaktionen und in ein großflächiges Netz von Amateur-Autoren, die die jeweiligen Regionalseiten mit Nachrichten versorgen sollen. Auf der Suche nach einem Rezept gegen den übermächtigen Rivalen hat auch AOL inzwischen diesen Kurs eingeschlagen.