Alleingang: Schwedischer Außenminister twittert Anschlag

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Nach dem Selbstmordanschlag von Stockholm hagelt es Kritik für den schwedischen Außenminister Carl Bildt. Der Politiker hatte via Twitter von dem Anschlag berichtet – lange bevor die Polizei die ersten offiziellen Informationen herausgegeben hatte.

In seinen Tweets meldete er nicht nur den Anschlag, sondern lieferte auch eine Lageeinschätzung mit. Wörtlich twitterte er: “Extrem beunruhigender Versuch eines Terroranschlags in dem mit Menschen eng gefüllten Stockholmer Zentrum. Missglückt – hätte aber eine gewaltige Katastrophe werden können.”

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Reichstag, Hakan Juholt, äußerte sich in der Zeitung “Expressen”: “Schwedens Regierung informiert die eigenen Bürger also über Twitter. Das ist wirklich mieses Krisenmanagement.” Als Mitglied der staatlichen Krisenkommission kritisierte der Oberst Bo Pellnäs: “In solchen Fällen muss die Regierung offiziell informieren und nicht ein Minister privat.”

Nach Bildts spontaner Mitteilung vergingen noch zehn Stunden, ehe die Polizei den Anschlag erstmals öffentlich als terroristisch einstufte. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt äußerte sich erst einige Stunden danach und sagte zur Begründung: “Ich musste abwarten, bis ich eine sichere Grundlage hatte.” Bildt wies die Kritik zurück: “Ich wusste wohl, wovon ich schrieb.” Nach der Versendung der Twitter-Mitteilung stellte Bildt sein Handy ab und war für Fragen nicht erreichbar.