Rimini Street zielt stärker auf SAP

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Der US-Drittwartungsanbieter Rimini Street plant, sein Engagement in Europa deutlich auszuweiten. Für die Anwender sei das Thema Drittwartung (Third Party Maintenance) durchaus interessant, wie zahlreiche Anfragen bei der Experton Group zeigten, teilte der Marktforscher mit.

Allerdings herrsche bei den Unternehmen weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft, Leistungsfähigkeit und Rechtssicherheit von Drittwartung, so die Analysten. Die Anbieter von Third Party Maintenance versprächen gegenüber der Standardwartung von Software-Anbietern Kostenvorteile. “Das ist durchaus realistisch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen”, hieß es von der Experton Group. Drittwartung sei dann sinnvoll, wenn Anwender ihre Installationen gut kennen, klare Supportkonzepte aufgesetzt haben und die Installation noch einige Jahre betreiben wollen.

Nach diesen Angaben hat Rimini Street künftig vor allem SAP-Kunden in Deutschland und in Frankreich im Visier. Hier sehe Rimini-Street-CEO Seth Ravin ausreichend Potenzial und gute Ansatzpunkte. In Deutschland zählen unter anderem Siemens, Allianz und die Deutsche Post/DHL zum Kundenkreis. Aktuell adressiere Rimini Street vorrangig große Unternehmen, mittelfristig sollen aber auch Kunden aus dem gehobenen Mittelstand gewonnen werden.

SAP-Wartung ist das jüngste Geschäftsfeld der Amerikaner. Dieser Markt wird seit Ende 2008 aktiv angegangen, derzeit beziehen zirka zehn Prozent der Kunden von Rimini Street SAP-Services. Der 2005 gegründete Anbieter war mit Drittwartung für Siebel, PeopleSoft und JD Edwards bekannt geworden, hier hat auch der größte Teil des Senior Managements seine Vergangenheit. Darüber hinaus wurden in den vergangenen drei Jahren auch SAP-Ressourcen kontinuierlich aufgebaut und erweitert.

Derzeit wartet Rimini Street nach eigenen Aussagen SAP ECC 6.0 und frühere Versionen, BW 3.5, SAP Business Suite, SAP BI 7, SCM, CRM, EWM, PLM und GTS. Der Rimini-Street-CEO kann sich vorstellen, in den kommenden Jahren Drittwartung für weitere Business Applikationen anzubieten. Bereits angekündigt ist Drittwartung für die Oracle Business Suite. Rimini Street hatte Ende September 2010 angekündigt, diese Services ab 2011 anzubieten.

Die Zahl der Anbieter von Third Party Maintenance ist derzeit stark begrenzt. Bei SAP-Drittwartung hat Rimini Street praktisch eine Alleinstellung. Für Lösungen aus dem Oracle-Portfolio bieten neben Rimini Street kleinere Spezialisten ebenfalls Drittwartung an. Zudem wird auch für Hardware von einigen Anbietern Drittwartung angeboten.

Oracle und Rimini Street stehen sich derzeit gerichtlich gegenüber. Beide Unternehmen haben Klagen eingereicht, Entscheidungen stehen 2012 an. Rimini Street verspricht sich bei einem positiven Ausgang ein deutlichen Aufschwung. Spätestens dann steht der Börsengang an.